Schulden und Sucht: Lüner versucht, mit Betrug Schulden zu entkommen

hzEbay-Geschäfte

Spielsucht und Schulden haben einen Lüner dazu gebracht, zu versuche, Geld mit Betrügereien zu verdienen. Das ging nach hinten los. Vor Gericht half dem Vorbestraften nur eines.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 11.08.2020, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seine langjährige Spielsucht brachte einen Lüner immer wieder an den Abgrund. Der 45-Jährige häufte Schulden auf und versuchte, die mit Betrügereien abzubezahlen. Der Plan scheiterte nicht zum ersten Mal und brachte ihn nun erneut vor Gericht.

An sich ist die Sucht dank einer erfolgreichen Therapie überwunden. Der Lüner fand eine Frau und gründete mit ihr eine Familie. Auch bekam er Arbeit. Es ging bergauf. Allerdings drückten und drücken die Altlasten – und das in jeder Beziehung. Im Dezember 2018 und April 2019 versuchte er sein Glück mit eBay-Geschäften. Über das beliebte Internet-Auktionshaus bot er Karten für hochklassige Fußballspiele an oder reagierte auf entsprechende Gesuche.

Tickets verkauft, die er nicht besaß

In drei Fällen verkaufte er Tickets, die er tatsächlich gar nicht besaß und es flossen insgesamt 600 Euro auf sein Konto. Seine Opfer gingen leer aus und konnten sich die Spiele bestenfalls im Fernsehen angucken. Sie erstatteten Strafanzeige gegen den Mann, der erst im Dezember 2019 wegen vergleichbarer Delikte zu einem Jahr Gesamtstrafe mit Bewährung verurteilt wurde.

Als der 45-Jährige nun zu seiner Verhandlung vor dem Amtsgericht erschien, war er sich des Damoklesschwerts, das in Form eines drohenden Bewährungswiderrufs über ihm schwebte, durchaus im Klaren. Dementsprechend kleinlaut und verunsichert präsentierte er sich auch. Wobei Einsicht und Reue nicht gespielt waren. Offen bekundete er: „Ich habe da einen Riesenfehler gemacht, den ich zutiefst bereue.“

„Das ist ein Teufelskreis“

Das Spielproblem und die Strafsachen würden sich durch sein Leben ziehen. „Meine Vergangenheit holt mich immer wieder ein.“ Zwar sei er nun nicht mehr spielsüchtig, dafür aber zahlungsunfähig. Er plane eine Privatinsolvenz, wolle sich Hilfe suchen. Besonders schlimm sei für ihn, dass er seinen Kindern derzeit nichts bieten könne. „Das ist ein Teufelskreis. Mir tut das wirklich aufrichtig leid“, betonte er und kämpfte mit den Tränen.

Die drei Geschädigten waren als Zeugen geladen. Zwar mussten sie nach dem Geständnis des Lüners nicht mehr gehört werden, doch konnte der Angeklagte die Gelegenheit nutzen, um sich bei ihnen zu entschuldigen. Auch kündigte er an, dass er den Schaden gutmachen wolle – zur Not in kleinen Raten.

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Das vollumfängliche Geständnis, der Zeitablauf, keine neuen anhängigen Verfahren, die aufrichtige Entschuldigung bei seinen Opfern und das Bestreben, seinem Leben die richtige Wendung zu geben und eben nicht mehr straffällig zu werden, stimmten Anklage und Gericht milde. Mit Blick auf die Verurteilung Ende 2019 wurde das aktuelle Verfahren eingestellt – und zwar endgültig.

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