Schulstart in Lünen: Lehrer kaufen Seifenspender im Drogeriemarkt

hzCorona-Krise

Eine Woche hatten die Schulen Zeit, alles für die Rückkehr der Schüler vorzubereiten. Das klappte unterschiedlich gut - und wahrscheinlich stehen alle Schulen bald vor einem neuen Problem.

Lünen

, 22.04.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es liegt eine anstrengende Woche hinter Christian Gröne sowie seinen Kolleginnen und Kollegen: Der Schulleiter der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Lünen erfuhr - wie alle anderen Schulleitungen auch - am Donnerstag (16.4.), dass der Unterricht in der Woche darauf (20.4.) wieder starten sollte.

Freiwillig für die Abiturienten, verpflichtend für die Zehntklässler, die ihren Abschluss anstreben.

„Hätten uns mehr materielle Unterstützung seitens der Stadt gewünscht“

„Und damit hatten wir auf einen Schlag um die 200 Schüler, die wir unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften beschulen müssen“, sagt Gröne im Gespräch mit unserer Redaktion. „So gesehen hatten wir die Woche Vorbereitung bitter nötig.“ Nun teilen Absperrbänder die Flure auf, Hinweisschilder weisen den Weg, Ein- und Ausgänge sind klar gekennzeichnet: „Die Schülerinnen und Schüler werden das Gebäude kaum wiedererkennen.“

Jetzt lesen

Bei den Vorbereitungen hätte der Hausmeister die „letzten Reste“ des vorhandenen Materials in der Schule nutzen müssen. „Hier hätte ich mir schon mehr materielle Unterstützung seitens der Stadt gewünscht“, sagt Christian Gröne. Wie berichtet tauschen sich Vertreter der Schulleitungen und der Stadt in einer Projektgruppe aus. „Dort hieß es am Mittwoch (21.4., d. Red.), dass es zum Beispiel keine Druck-Seifenspender mehr gibt.“ Folglich hätten die Kollegen solche Seifenspender selbst im Drogeriemarkt besorgen müssen.

Ansonsten hat die GSG einen Elternbrief mit Hygiene-Empfehlungen herausgegeben. Hier weist Christian Gröne auf das grundsätzliche Problem hin: „Man kann letztendlich keinen Schulbetrieb verantworten, wenn nicht alle ihr grundsätzliches Verhalten anpassen.“

Leistungskurse aufgeteilt

Auch am Gymnasium Altlünen haben Lehrerinnen und Lehrer viel unternommen, um den Start nach der Corona-Zwangspause möglichst problemlos zu gestalten. Ein Einbahnstraßensystem und klar ausgewiesene Unterrichtsräume sollen unnötige Begegnungen von Schülerinnen und Schülern auf den Fluren verhindern. „Wir teilen die Kurse auf - am ersten Tag die ersten Leistungskurse, am zweiten Tag die zweiten“, erläutert Schulleiter Reiner Hohl.

Am dritten Tag seien die schriftlichen Prüfungsfächer dran, der vierte Tag mit den mündlichen Prüfungsfächern sei dann schon wieder etwas entspannter: „Hier sind die Gruppen deutlich kleiner, da reden wir teilweise von zwei, drei Schülern pro Raum.“

Das könnte sich ändern, wenn ab dem 4. Mai - in welcher Form auch immer - zusätzliche Jahrgangsstufen ebenfalls an die Schulen zurückkehren. „Je mehr Schüler, desto schwieriger wird die Planung.“ Wie viele Abiturienten letztlich am Donnerstag ans Gymnasium Altlünen zurückkehren, kann der Schulleiter indes nicht beziffern: „Die Schülerinnen und Schüler können sich ja noch am Donnerstagmorgen abmelden.“ Das ist vor allem dann der Fall, wenn sie Krankheitssymptome zeigen.

Planung in den Ferien sei nicht möglich gewesen

Die vielen Unwägbarkeiten hätten laut Reiner Hohl auch eine frühere Planung schwierig bis unmöglich gemacht. „Wir hatten ja keinerlei Informationen, wie es überhaupt weitergehen würde.“

Jetzt lesen

Ohne zu wissen, mit wie vielen Schülern man startet, hätte die Erstellung eines Raumkonzeptes beispielsweise wenig Sinn ergeben. „Nun wissen wir, dass wir die geteilten Leistungskurse mit mobilen Trennwänden in unseren großen Räumen unterbringen können.“

Die Situation wird sich in zwei Wochen wiederholen, ist Reiner Hohl sicher: „Dann gibt es neue Informationen, welche Schüler zurückkehren dürfen. Und dann müssen wir wieder neu planen - allerdings wollen wir dann die Maßnahmen, die wir jetzt getroffen haben, natürlich fortführen.“

Lesen Sie jetzt