Der "schwarzlohn-Prozess" gegen das Ehepaar aus Lünen findet im Bochumer Justizzentrum statt. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Schwarzlohn-Prozess gegen Lüner Paar: Bauunternehmer sagen als Zeugen aus

Die Suche nach der Wahrheit geht weiter: Im Prozess um Schwarzarbeit und millionenschwere Steuerhinterziehung gegen ein Lüner Ehepaar vernehmen die Richter einen Zeugen nach dem anderen.

Im Schwarzlohnprozess gegen ein Ehepaar aus Lünen und einen mitangeklagten Ex-Bauunternehmer haben die Richter am Bochumer Landgericht am Mittwoch weitere Zeugen vernommen. Weil alle drei Angeklagten zu den Vorwürfen nach wie vor schweigen, soll versucht werden, durch die Vernehmung von anderen Bauunternehmern, die mit der mutmaßlichen „Schwarzlohn-Firma“ zusammengearbeitet haben, Licht in die Angelegenheit zu bringen.

Forderung nicht untergekommen

Ein Bauunternehmer aus Oberhausen bestätigte am Mittwoch, dass es in der Baubranche prinzipiell immer mal Arbeitnehmer gebe, die verklausuliert erkennen lassen, dass sie möglicherweise einen Teil des Lohns lieber „schwarz“ erhalten wollen. In der Zusammenarbeit mit der Aufnahme von Arbeitern aus der Firma des mitangeklagten Witteners, sei ihm eine solche Forderung aber nicht untergekommen.

Es könne aber durchaus sein, dass nach der brisanten Steuerrazzia bei der Wittener Firma im Januar 2018 Arbeiter zu ihm gewechselt seien. Die Bewerbungsgespräche habe er aber nicht geführt, so der Firmenchef aus Oberhausen.

Dem Ehepaar aus Lünen wird vorgeworfen, gemeinsam mit dem Ex-Chef einer Wittener Baufirma von 2014 bis 2017 ein illegales Schwarzlohn-System mit einem Millionenschaden eingerichtet zu haben. Der Lüner soll mit dem Chef die Geschäfte gelenkt, seine Frau handschriftliche Scheinrechnungsvorlagen erstellt haben.

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