Im Schwarzlohnprozess gegen einen Lüner könnte am Bochumer Landgericht bald eine Videovernehmung stattfinden. © Werner von Braunschweig
Landgericht Bochum

Schwarzlohn-Prozess: Gericht will Zeugen aus Israel per Video vernehmen

Auch nach monatelanger Verhandlung mit inzwischen 18 Verhandlungstagen ist ein Urteil im Schwarzlohn-Prozess nicht in Sicht. Nun soll vermutlich auch noch ein Auslandzeuge vernommen werden.

Weil ein „wichtiger“ Zeuge aus Israel derzeit nicht bereit ist, für eine Vernehmung extra nach Deutschland zu reisen, könnte es im „Schwarzlohn-Prozess“ gegen einen Bauarbeiter (50) aus Lünen demnächst zu einer Videovernehmung kommen. Das wurde am Freitag (30.7.) am Bochumer Landgericht bekannt.

Wie berichtet hatten die Richter der 6. Wirtschaftsstrafkammer zuletzt zahlreiche Ex-Geschäftsführer von Firmen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Drahtziehers des dubiosen Schwarzlohn-Modells durch gekaufte Scheinrechnungen vorgeladen – doch niemand war erschienen. Auch der Mann aus Israel stand auf dieser Zeugenliste.

Auf dessen Ladung, das berichtete Richter Michael Rehaag, hatte sich nun aktuell ein deutscher Rechtsanwalt telefonisch gemeldet und angeboten, dass sein Mandant bereit sei, sich per Video-Schaltung aus Israel als Zeuge vernehmen zu lassen. Rehaag: „Die Kammer legt größten Wert auf die Aussage des Mannes.“

Voraussichtlich kommt es daher nun demnächst zu einer Videovernehmung in einem Gericht in Tel Aviv (Israel). Vorab müsste dazu aber in jedem Fall noch offiziell ein Rechtshilfeersuchen der deutschen an die israelische Justiz gestellt werden.

Laut Anklage soll der Mann aus Lünen gemeinsam mit seinem mitangeklagten Ex-Firmenchef aus Witten ein illegales Schwarzlohn-System eingerichtet haben. Steuerschaden: 3,1 Millionen Euro.

Der neue Lokalsport-Newsletter für Haltern

Immer freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Halterner Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.