„Seepark Horstmar ist für die Lüner da, und nicht für tausende Besucher aus der Region“

hzSicherheitsberater des Bürgermeisters

Bei der Stadt überlegt man, wie man das Müll- und Sicherheitsproblem im Seepark in den Griff bekommt. Ex-Polizeipräsident Klaus Steffenhagen bringt nun einen radikalen Ansatz ins Spiel.

Lünen

, 09.06.2019, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Horstmarer See und seine Parklandschaft sind Fluch und Segen zugleich: Zum einen liegt für viele Lüner das Naherholungsgebiet direkt vor der Tür. Zum anderen kommen gerade im Sommer viele Menschen von außerhalb, um genau diese Erholung zu genießen. Und das funktioniert nicht immer reibungslos, wie Stadt und Ordnungsamt aus vielen Beschwerden und eigener Erfahrung wissen.

Ein Problem, dem sich auch die Ordnungspartnerschaft widmet. „Allerdings sind im Sommer über den Tag verteilt bis zu 10.000 Leute im Seepark“, wusste Klaus Steffenhagen, ehemaliger Kölner Polizeipräsident und heute Sicherheitsberater des Lüner Bürgermeisters, zu berichten. Da könne eine Ordnungsstreife wenig ausrichten. Steffenhagen betonte bei einem Vortrag auf der Jahreshauptversammlung des City-Rings: „Der Seepark ist zuerst für die Stadt Lünen und ihre Bürger angelegt.“ Und eben nicht für tausende Besucher aus der Region.

Im Seepark ist erlaubt, was anderswo verboten ist

Den Besucherstrom ad hoc zu verhindern, werde aber kaum gelingen. Aber: „Wenn die Leute nach Lünen in den Seepark kommen, weil sie Dinge tun können, die anderswo verboten sind - dann haben wir ein Problem.“ Diese Sichtweise habe auch eine Rolle bei dem von der Verwaltung favorisierten Grillverbot gespielt - hier habe der Rat „eine andere Sicht der Dinge“ gehabt.

Diese Entscheidung müsse man akzeptieren und nach neuen Lösungen suchen. Steffenhagen erinnerte sich an seine Dienstzeit in Hagen: „Da hatten wir vier Parks, die eigentlich auch für die Bevölkerung gedacht waren.“ Die wäre da aber gar nicht mehr reingegangen, weil dort von morgens bis abends Menschen Alkohol konsumiert hätten und Hunde wild herumgelaufen seien.

„Also haben wir einen Bußgeldkatalog erstellt, wo ganz klar geregelt war, was man wofür zahlen muss.“ Diesen Katalog hätten Polizei und Ordnungsamt konsequent verfolgt - mit dem Ergebnis, dass nach zwei Monaten die Parks wieder begehbar waren und die Bevölkerung zurückkehrte.

Mehr Sicherheit durch Wasserski und Gastronomie?

Eine weitere Option für den Seepark ist nach wie vor eine Wasserski-Anlage: Nach der Vorstellung des Ideengebers Marc Schawohl aus Lünen könnte das Projekt mit einer angeschlossenen Gastronomie die Situation vor allem in den Abendstunden entspannen.

Teile der Politik reagieren allerdings zurückhaltend - weil unter anderem negative Folgen für die angrenzenden Naturschutzflächen befürchtet werden. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dortmund und die Wirtschaftsförderung Lünen sind hingegen von dem Projekt überzeugt. IHK-Vize Klaus Brenscheidt sagte jüngst beim Wirtschaftsgespräch in Lünen, dass man seine Hausaufgaben gemacht habe: „Jetzt muss die Politik entscheiden.“

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