Seewind soll Strom für Lünen liefern

LÜNEN Die Stadtwerke wollen für erneuerbare Energien tief in die Tasche greifen und sich mit einem zweistelligen Millionenbetrag an einem Windpark vor der Nordseeküste beteiligen.

von Von Peter Fiedler

, 06.12.2007, 09:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein solcher Schritt ist die jetzt in Betrieb genommene Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Zählerlagers. Sie liefert Strom aus Sonnenenergie, der etwa zehn Haushalte versorgen könnte. Laut Grunenberg haben allein die Stadtwerke 2007 eine knappe Mio. Euro in Fotovoltaikanlagen investiert. Die Gesamtleistung aller Fotovoltaikanlagen in Lünen werde Ende des Jahres schon bei 1,3 Megawatt liegen.

Nach Berechnungen der Stadtwerke wurden 2006 in Lünen 112 Mio. Kilowattstunden (kWh) Strom aus Windkraft, Biogas, Fotovoltaik, Biomasse und Grubengas eingespeist. Den Löwenanteil mache das Biomassekraftwerk und die Grubengasnutzung aus. „Bei einem jährlichen Stromverbrauch von ca. 350 Mio. kWh sind 2006 in Lünen physikalisch ca. 30 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und verbraucht worden“, hob Grunenberg hervor. Bundesweit liege der Anteil bei 12 %. Blockheizkraftwerke, Kraftwärme-Kopplung, Sonnenenergienutzung für die Freibäder ab 2008, Erdgasfahrzeuge und Energieberatung waren weitere Stichworte, mit denen Grunenberg, Aufsichtsratsvorsitzender Hugo Becker und Stellvertreter Friedhelm Schroeter die Rolle der Stadtwerke bei der Nutzung regenerativer Energien herausstellten. „Und das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange“, kündigte Becker an.

Die Stadtwerke halten die Preise für Strom und Gas über den Jahreswechsel konstant, kündigte Stadtwerke-Geschäftsführer Dr. Achim Grunenberg an. Im Frühjahr werde man aber um Erhöhungen nicht herumkommen. Doch dann sei die Heizperiode und damit die verbrauchsintensivste Zeit beinahe vorbei. Zur Preisstabilität trage auch die Beteiligung am soeben in Betrieb gegangenen Trianel-GuD-Kraftwerk in Hamm-Uentrop bei, betonte stellv. Aufsichtsratsvorsitzender Friedhelm Schroeter. Damit verschaffe man sich Zugang zu eigener Stromerzeugung. Die Beteiligung am Trianel-Steinkohlekraftwerk im Stummhafen und an der Offshore-Windanlage sind weitere Schritte dieser Strategie. Grunenberg bezeichnete sie als „die einzige Chance, die Unabhängigkeit von Stadtwerken in kommunaler Hand zu erhalten.“

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