Bei Reporter Julian Preuß wird für den Corona-Schnelltest ein Abstrich durch die Nase gemacht. © Martin Vollmer
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Selbstversuch: So läuft ein Corona-Schnelltest im Lüner Testzentrum ab

Schnelltests sollen während der Corona-Pandemie Sicherheit bieten. Doch wie funktioniert das und wann liegt das Ergebnis vor? Wir machen den Selbstversuch im Testzentrum der Johanniter in Lünen.

Die Corona-Testzentren arbeiten auf Hochtouren. Seit dem 8. März dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal wöchentlich kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen. Die Tests liefern nicht nur ein wenig Sicherheit im Alltag. Mittlerweile sind negative Testergebnisse sogar notwendig, um beispielsweise im Einzelhandel einkaufen zu gehen. Gleiches gilt für eine Behandlung im Kosmetikstudio oder einen Besuch in einigen Zoos.



Mein letzter Schnelltest liegt zwar erst wenige Tage zurück – ich benötigte ihn für einen Termin im Lüner Kultur- und Aktionszentrum (Lükaz). In der Lüner Einkaufspassage dürfte ich damit allerdings keine Geschäfte mehr betreten. Lediglich am gleichen Tag, an dem eine Teststation das negative Ergebnis bescheinigt, ist das erlaubt.

Testzentren liegen nah beieinander

Also brauche ich einen Termin, um meinen kostenlosen Test durchführen zu lassen. Schnell die Stichworte “Corona Testzentrum Lünen” gegoogelt und schon zeigt mir die Suchmaschine die Stationen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Spormeckerplatz 1a und der Johanniter an der Viktoriastraße 3 ganz oben in der Liste der Suchergebnisse an. Beide Testzentren liegen fußläufig etwa fünf Minuten auseinander.

Ich entscheide mich für die Johanniter und werde über den Google-Link direkt auf deren Internetseite geleitet. Getestet wird ausschließlich nach vorheriger Anmeldung. Mit einem Klick auf den Reiter “Dienstleistungen” und der Auswahl “Corona-PCR-Tests in Lünen” gelange ich zur Online-Anmeldung. Eine Handynummer ist ebenfalls angegeben, unter der man freie Termine erfragen kann.

Die Termine für das Impfzentrum der Johanniter lassen sich im Internet buchen. © Julian Preuß © Julian Preuß

Im Kalender kann ich mich zwischen verschiedenen Zeit-Slots entscheiden. Werktags sind Testungen normalerweise von 8 bis 20 Uhr möglich, samstags und sonntags von 8 bis 16 Uhr. Zwischen 14 und 16 Uhr sind noch Termine frei. Ich wähle 15.30 Uhr aus und muss nur noch meine persönlichen Daten angeben. Das Testergebnis möchte ich mir per SMS auf das Smartphone schicken lassen. Alternativ bekomme ich es ebenfalls per Mail oder kann es auf der Internetseite einsehen. Im Anschluss flattert die Terminreservierung in mein Mail-Postfach.

Schilder weisen den Weg zum Eingang

Mit dem Auto geht es zum Testzentrum. Ich habe Glück und kann mein Fahrzeug auf dem Parkplatz vor dem Haupteingang abstellen. Hinein geht es allerdings durch einen Seiteneingang – natürlich mit FFP2-Maske und desinfizierten Händen. Der Weg ist ausgeschildert. In der ersten Etage wartet eine Mitarbeiterin am Empfang und prüft meinen online gebuchten Termin, ehe ich direkt in einen angrenzenden großen Raum geleitet werde. Hinter einer Sichtschutzwand befinden sich zwei Teststationen. Ich setze mich auf einen der beiden Stühle.

Eine weitere Mitarbeiterin stellt mir die obligatorischen Fragen: “Nehmen Sie Blutverdünner? Haben Sie regelmäßig Nasenbluten? Hatten Sie eine Nasen-Operation?” Ich verneine, woraufhin der Abstrich bei mir im rechten Nasenloch gemacht wird. Es kribbelt – gefühlt bahnt sich das Teststäbchen seinen Weg durch die Nase in mein Hirn. Die Augen tränen, doch nach wenigen Sekunden ist der Spuk wieder vorbei. Der Besuch beim Zahnarzt ist unangenehmer.

Etwa 15 Minuten dauere es, bis das Testergebnis eintreffe, sagt man mir. Nach nicht einmal fünf Minuten befinde ich mich auf dem Weg nach draußen. Ein Einbahnstraßensystem verhindert, dass mir weitere Testwillige entgegenkommen. Ich trete aus dem Haupteingang und mache mich auf den Rückweg in die Redaktion.

Nach einer Stunde kommt das Testergebnis an

Dort angekommen, blicke ich gespannt auf mein Smartphone. Die SMS mit dem Testergebnis sollte längst angekommen sein. Doch sie lässt auf sich warten – die veranschlagten 15 Minuten sind überschritten. Es vergehen 20, 30 und 45 Minuten. Dann, nach rund einer Stunde kündigt ein kurzes Klingeln die ersehnte Nachricht an – negativ! Der Befund folgt als PDF-Datei im Anhang einer Mail.

Wenn gewünscht, werden Getestete per SMS über den Befund informiert. © Julian Preuß © Julian Preuß

Dem Shopping-Erlebnis nach Feierabend steht damit nichts Weg. Wer sich also spontan testen lassen möchte, findet bei den Johannitern recht unkompliziert einen Termin. Dennoch sollte etwas Zeit eingeplant werden, bis das Testergebnis angekommen ist. Aber für ein kleines bisschen Sicherheit nehme ich das Warten gerne in Kauf.

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