Seniorin (91) platzt der Kragen: Seilbahntrasse verkommt zum Schandfleck

hzWilde Müllkippen

Drei Mülltonnen und eine Steinpalette an der Seilbahntrasse sorgen für reichlich Ärger in Brambauer. Dazu kommt eine ungeklärte Eigentumsfrage und Rattenbefall in den Gärten der Häuser.

Brambauer

, 31.08.2020, 13:28 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anwohner an der Seilbahntrasse sowie der angrenzenden Karl-Marx-Straße haben mittlerweile einen dicken Hals. Seit mehreren Jahren, so die vorsichtige Schätzung, stehen auf der Trasse in Höhe der Waltroper Straße 32 drei Mülltonnen und eine Steinpalette. Niemand weiß, wem das alles gehört - und niemand fühlt sich zuständig.

Einige Anwohner berichten, dass sie bereits Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns und das Ordnungsamt angesprochen haben. Ganz konkret ist Edith Kurtzahn nun der Kragen geplatzt: Sie hatte sich in einem Brandbrief an das Ordnungsamt gewandt und erklärt, dass sie sich noch nie für ein vermülltes Brambauer habe schämen müssen - bis jetzt. Das Bemerkenswerte: Sie ist 91 Jahre alt und lebt seit mehr als 80 Jahren in Lünens größtem Ortsteil.

Drei Mülltonnen, eine Steinpalette und eine wilde Müllkippe auf der Seilbahntrasse in Brambauer bereiten den dortigen Anwohnern viel Ärger.

Drei Mülltonnen, eine Steinpalette und eine wilde Müllkippe auf der Seilbahntrasse in Brambauer bereiten den dortigen Anwohnern viel Ärger. © Blandowski

Die Seilbahntrasse ist ein Beispiel dafür, was in den Augen vieler Anwohner schiefläuft: Dinge, die dort nicht hingehören, stehen am Wegesrand, ohne dass sich jemand verantwortlich fühlt. Essensreste und Müll werden achtlos weggeworfen und locken Ratten an, die den Anwohnern nun über die Terrassen laufen. Und zu allem Überfluss wird die Trasse abends als Treffpunkt von Gruppen genutzt, die es weder mit Lärm noch mit Sauberkeit zu haben scheinen.

„Die Stadt soll die Sauberkeit wiederherstellen“

Dass die Zuständigkeit so schwierig zu klären ist, liegt unter anderem an der Frage, auf welchem Gelände sich der Unrat befindet: Ist es bereits die (städtische) Seilbahntrasse, oder gehört es noch zu den privaten Grundstücken?

Doch selbst dann wäre zumindest für die Mülltonnen und die Steinpalette die Stadt zuständig, wenn es nach den Anwohnern geht. Doch deren Antworten seien bisher sehr vage gewesen. „Die Stadt sollte die Sauberkeit wiederherstellen“, sind sich die Menschen rund um die Seilbahntrasse einig.

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Dann wäre zumindest eines von mehreren Problemen gelöst. Die Stadtverwaltung hatte auf Anfrage unserer Redaktion erklärt, dass es in Brambauer im August tatsächlich mehr Meldungen von wilden Müllkippen gegeben hätte als üblich - eine Erklärung dafür hat man noch nicht. Generell decke sich das Aufkommen von illegalen Müllablagerungen in dem Stadtteil mit seine Größe im Bezug auf Lünen: Knapp 24 Prozent der Einwohner, knapp 22 Prozent der Müllmeldungen.

Die Bürgermeisterkandidaten hatten auf der Podiumsdiskussion der Ruhr Nachrichten (die übrigens in Brambauer stattfand, genauer: im Lüntec) unterschiedliche Lösungswege vorgeschlagen: Von vermehrt eingesetzten Mülldetektiven (Rainer Schmeltzer, SPD) über Stärkung der nachbarschaftlichen Gemeinschaft (Jürgen Kleine-Frauns) und einen zusätzlichen Wertstoffhof (Sascha Gottwald, Freie Wähler) bis hin zu digitalisierten Müllfahrzeugen (Christoph Tölle, CDU).

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