Sexuelle Belästigungen in Lünen und Werne: Verwirrter Mann hatte Verfolgungswahn

Landgericht Dortmund

Innere Stimmen und Verfolgungswahn: Im Prozess um die mutmaßliche Belästigung einer Reinigungsfrau in Werne hat der angeklagte Lüner (23) Einblicke in seine psychische Erkrankung gegeben.

Dortmund/Lünen/Werne

, 22.08.2019, 16:19 Uhr / Lesedauer: 1 min
Sexuelle Belästigungen in Lünen und Werne: Verwirrter Mann hatte Verfolgungswahn

In diesem Saal am Dortmunder Landgericht wird gegen den Angeklagten aus Lünen verhandelt. © Martin von Braunschweig

Mit der Befragung des Angeklagten zu seinem Leben und seiner Erkrankung ist am Donnerstag vor dem Dortmunder Landgericht der Prozess um sexuelle Belästigungen in Werne und Lünen fortgesetzt worden.

Angesprochen auf seine psychische Erkrankung, antwortete der 23-jährige Lüner mit ruhiger Stimme: „Ich merke, dass mit mir nicht alles in Ordnung ist. Inzwischen geht es mir aber viel besser.“ Der Angeklagte ist aktuell vorläufig in einem geschlossenen psychiatrischen Krankenhaus untergebracht und bekommt regelmäßig Medikamente. Wie sehr er früher psychisch gelitten hat, erklärte er so: „Ich habe mich immer verfolgt gefühlt und Stimmen gehört.“ Weil sein Heilungsverlauf derzeit so positiv ist, hat der Lüner auch keinen sehnlicheren Wunsch, als „wieder zu den Eltern zu gehen“.

In dem Prozess vor der 32. Strafkammer geht es um zwei Vorfälle. Im Januar 2018 soll der Lüner beim Ambulanten Dienst in Werne eine Reinigungskraft sexuell belästigt haben. Zwei Monate später soll er auf der Steinstraße in Lünen ebenfalls eine Frau bedrängt haben.

Zu den Vorwürfen schweigt der Lüner bislang. Statt einer klassischen Bestrafung steht in dem Prozess vor allem eine mögliche Zwangseinweisung in die Psychiatrie zum Schutz der Allgemeinheit im Raum. Das Urteil soll voraussichtlich am 16. September verkündet werden.

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