Solarpark an A2 kann kommen - ohne Beteiligung der Stadtwerke Lünen

hzRatsbeschluss

An der A2 entsteht ein Solarpark. Nach dem Haupt- und Finanzausschuss machte nun auch der Stadtrat den Weg für eine Photovoltaik-Freiflächenanlage frei. Nicht mit im Boot: Die Stadtwerke.

Lünen-Süd

, 17.12.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Bebauungsplan „Photovoltaik-Freiflächenanlagen Niersteheide“ ist beschlossene Sache: Nachdem schon der Haupt- und Finanzausschuss einstimmig für das Vorhaben gestimmt hatte, segnete auch der Stadtrat am 12. Dezember den Plan ohne Gegenstimme ab. Damit ist der Weg für die „Solarpark Niersteheide GmbH“ frei.

Ursprünglich hatte die „montanSolar GmbH“ die Pläne für die 35.000 Quadratmeter große Fläche zwischen A2, Niersteheide und Sonnenweg vorgelegt. Diese Gesellschaft ist wiederum ein Gemeinschaftsprojekt der Ruhrkohle Montan Immobilien AG und des Energiedienstleisters Wircon GmbH.

Kleingarten-Bebauungsplan in Teilen aufgehoben

Mittlerweile hat die eigens für das Projekt gegründete „Solarpark Niersteheide GmbH“ die Regie übernommen. Ihr Sitz befindet sich im gleichen Gebäude wie die Montansolar GmbH und die Repräsentanz der Ruhrkohle AG im saarländischen Ensdorf.

Der Beschluss hat Auswirkungen auf den Bebauungsplan „Kleingartenanlage Bullerodt“, besser gesagt: er hebt diesen Plan in Teilen auf. Damit tritt ein, was Mitglieder des benachbarten Kleingartenvereins Lünen-Süd befürchtet hatten: Eine Erweiterung ihrer Flächen wird nun unmöglich.

Ebenfalls unmöglich ist zumindest Stand jetzt eine Beteiligung der Stadtwerke Lünen. Warum eine externe Firma auf Lüner Gebiet ein großes Photovoltaik-Projekt, das ganze Wohnsiedlungen mit Strom versorgen könnte, ohne Mitwirkung der Stadtwerke umsetzt, erklärt Pressesprecherin Jasmin Teuteberg mit Blick auf die Niersteheide so: „Dies sind keine Flächen, die den Stadtwerken zugänglich sind.“

Allerdings stünden Themen wie ein Solarpark oder eben Freiflächen-Anlagen natürlich auf der Tagesordnung: „Auch die Stadtwerke Lünen befassen sich damit und führen aktuell Untersuchungen zu möglichen Standorten und Kosten-Nutzen-Analysen durch.“

Stadtwerke stehen Trend positiv gegenüber

Der Schwerpunkt im Bereich Photovoltaik liegt laut Jasmin Teuteberg bei den Stadtwerken jedoch auf Bau, Betrieb und Beratung zu „auf Dächern installierten PV-Anlagen“. Und: „Das Thema ,Regenerative Energien‘ ist für uns bereits seit mehr als 20 Jahren wesentlich: Heute stammen mehr als 50 Prozent des gelieferten Stroms aus regenerativen Ressourcen.“

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Deshalb sind solche Lösungen auch für die Stadtwerke interessant - man befasse sich „gemeinsam mit Partnern mit den Themen rund um intelligente Quartiersversorgung“. Zuletzt seien diese Themen in den Stadtteilwerkstätten mit den Lüner Bürgern diskutiert worden. „Insgesamt lässt sich vielerorts ein Trend zur Umsetzung solcher Projekte feststellen, denen auch die Stadtwerke Lünen positiv gegenüberstehen.“ Wie genau das für Lünen aussehen könnte, verriet Jasmin Teuteberg nicht.

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