Sperrung der Cappenberger Straße: Neue Rohre in sechs Metern Tiefe

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Wegen Bauarbeiten an der Schützenstraße ist auch die Cappenberger Straße gesperrt. Während es für Autofahrer bedeutet: Achtung Umleitung, ist für die Kanalbauer Präzisionsarbeit angesagt.

Lünen, Nordlünen

, 23.10.2020, 08:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Cappenberger Straße/Kreuzung Schützenstraße in Lünen klafft zur Zeit eine rund sechs Meter tiefe Baugrube. Die Cappenberger Straße und Teile der Schützenstraße sind seit dem 5. Oktober gesperrt. Während das für Autofahrer bedeutet, dass sie eine Umleitung fahren müssen, ist für die örtlichen Kanalbauer vor allem eines angesagt: genaues und manchmal mühsames Arbeiten.

Denn unter der Straße werden auf rund 350 Metern Länge neue Abwasserrohre verlegt. „Es ist sehr viel Handarbeit nötig“, sagt Michael Jenke von der Märkischen Tiefbau und Polier auf der Baustelle.

Denn bevor die eigentlichen Abwasserrohre verlegt werden können, müssen die Bauarbeiter zunächst die Straße tief genug ausschachten. Das Problem: Quer unter der Straße verlaufen diverse Versorgungsleitungen.

Damit in der Baugrube auf der Kreuzung Cappenberger Straße / Schützenstraße ordentlich gearbeitet werden kann, muss auch das Grundwasser für die Dauer der Bauarbeiten abgepumpt werden.

Damit in der Baugrube auf der Kreuzung Cappenberger Straße / Schützenstraße ordentlich gearbeitet werden kann, muss auch das Grundwasser für die Dauer der Bauarbeiten abgepumpt werden. © Stachelhaus

Arbeiten liegen im Zeitplan

Die sind natürlich verortet, aber eben nicht ganz genau, erklärt Thomas Palz vom Stadtbetrieb Abwasserbeseitigung Lünen (SAL). Im Zweifel muss der Bagger für die Schaufel weichen.

Aktuell liege man gut in der Zeit, so Palz weiter, und werde voraussichtlich bis zum angepeilten Termin am 6. November mit der Verlegung der neuen Rohre fertig sein. Wenn das Wetter mitspielt.

Notwendig sind die Kanalarbeiten in jedem Fall: Denn die alten Abwasserrohre liegen dort laut Palz seit 1928. Damals noch verlegt unter den Fußgängerwegen. Sie werden später verfüllt, wenn die neuen Rohre liegen, die dann für die nächsten 80 Jahre halten sollen. „Wir achten da sehr auf die Qualität“, sagt Palz. Zur Sicherung derer gehört zum Beispiel auch eine Prüfung der Dichtigkeit nebst Kamerafahrt durch die neuen Rohre.

Voraussichtlich bis zum 6. November noch muss die Cappenberger Straße wegen der Kanalsanierung gesperrt werden.

Voraussichtlich bis zum 6. November noch muss die Cappenberger Straße wegen der Kanalsanierung gesperrt werden. © Stachelhaus

Größerer Durchmesser und neue Straßenoberfläche

Aber nicht nur die Lage hat sich verändert, auch die Größe. Wurden früher Abwasserrohre mit 40 Zentimeter Durchmesser verbaut, sind es heute 60 Zentimeter. Genug Platz, um die Regenmengen eines statistisch gesehen alle fünf Jahre auftretenden Starkregenereignisses auffnehmen zu können.

Rund 700.000 Euro soll die Kanalsanierung kosten, finanziert über Gelder aus der Entwässerungsgebühr. Mit dem Abschluss sind die Bauarbeiten auf der Schützenstraße aber noch nicht beendet. Denn auch die Straßenoberfläche nebst der Bürgersteige sollen erneuert werden.

Eine komplette Vollsperrung der Straße soll es dafür dann nicht mehr geben. Allerdings immer wieder punktuelle Sperrungen, bis die Arbeiten Mitte kommenden Jahres dann endgültig abgeschlossen sein sollen.

Alle politischen Beschlüsse, Pläne und weitere Details zur Sanierung der Abwasserkanäle veröffentlicht die Stadt auch auf ihrer Homepage unter luenen.de/baustellen

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