St.-Marien-Hospital Lünen: Väter dürfen auch in der Corona-Krise bei der Geburt dabei sein

Corona-Krise

In manchen deutschen Kliniken dürfen Väter wegen der Corona-Krise nicht mehr bei der Geburt dabei sein. Das Lüner St.-Marien-Hospital lässt es zu - und freut sich auf die Zeit in neun Monaten.

Lünen

, 25.03.2020, 14:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mitarbeiter der Geburtshilflichen Klinik des Klinikums St.-Marien-Hospital haben auch in der Corona-Krise viel zu tun. Werdende Väter dürfen - bei Beachtung der Hygienevorschriften - auch weiterhin bei der Geburt dabei sein.

Mitarbeiter der Geburtshilflichen Klinik des Klinikums St.-Marien-Hospital haben auch in der Corona-Krise viel zu tun. Werdende Väter dürfen - bei Beachtung der Hygienevorschriften - auch weiterhin bei der Geburt dabei sein. © St.-Marien-Hospital

Bei allem Ernst, der in dieser Zeit angebracht ist - man sollte den Humor nicht verlieren. Das denken sich offenbar auch die Verantwortlichen im Lüner St.-Marien-Hospital. Und deshalb gibt es nun auch im sozialen Netzwerk Facebook eine Information des Klinikums mit einem Schluss-Satz zum Schmunzeln.

„Weil das Leben derzeit eingeschränkt ist und es nur wenige Freizeitmöglichkeiten gibt, freuen wir uns jetzt schon auf ganz viele neue Babys in 9 Monaten,“ heißt es dort. Das wäre dann ab Ende des Jahres.

Viele Anfragen von werdenden Eltern

Mit dem ausführlichen Post will die Geburtshilfliche Abteilung aber eigentlich und vor allem darüber informieren, dass es weiterhin möglich ist, dass werdende Väter bei der Geburt ihres Babys mit dabei sein können.

Krankenhäuser in anderen Städten lassen das mittlerweile vorübergehend nicht mehr zu. Die ersten Kliniken haben diese Entscheidung schon vergangene Woche getroffen und sind damit an die Öffentlichkeit gegangen.

„Wir bekommen derzeit viele Anfragen von werdenden Eltern“, so Verwaltungschef Axel Weinand. Dabei geht es nicht nur um die Anwesenheit des Vaters bei der Geburt, sondern auch darum, ob es möglich ist, die Mutter zu besuchen.

Eine der Mutter nahe stehende Person ist erlaubt

Weinand: „Für unsere Geburtshilfliche Klinik gilt die Ausnahmeregelung: eine der Mutter nahe stehende Begleitperson pro Tag ist erlaubt. Aber sicher ist sicher: Bevor die Begleitperson zur Mutter darf, wird eine Checkliste abgearbeitet. Zum Beispiel wird gefragt, ob man Fieber oder Durchfall hat oder ob man in einem Corona-Risikogebiet war. Zum Schluss wird noch Fieber gemessen. Erst wenn alles ok ist, darf man zur Mutter und zum Baby.“

Im St.-Marien-Hospital werden nach wie vor viele Kinder geboren - auch in Zeiten von Corona. Weinand. „Das ist ein Lichtblick und das macht uns glücklich. Das Leben geht weiter. Trotz Corona.“

„Werdende Mütter müssen sich keine Sorgen machen“

Der Verwaltungschef des Klinikums betont, dass sich die werdenden Mütter auch keine Sorgen machen müssen, ins Krankenhaus zu kommen. Aufgrund der hohen Hygienestandards und der Hygieneprofis im pflegerischen und ärztlichen Bereich sei ein Krankenhaus der „mit Abstand corona-sicherste Ort.“

Patienten, die infiziert sind oder bei denen auch nur der Verdacht einer Infektion mit dem Virus besteht, würden sofort auf der Infektionsstation isoliert und unter Schutzausrüstung (Kittel, Maske, Schutzbrille, Handschuhe) versorgt. Weinand: „Die Wahrscheinlichkeit, sich außerhalb des Krankenhauses anzustecken, ist viel größer.“

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