Stadt Lünen sieht in Menschenkette kein Hindernis für die Bebauung des Kleinbecker Parks

hzKleinbecker Park

Die anhaltenden Bemühungen, den Kleinbecker Park in Horstmar zu erhalten, scheinen chancenlos. Denn die Stadt Lünen spricht über die Bauvoranfrage. Die Bebauung scheint beschlossen.

Horstmar

, 20.08.2019, 18:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Bündnis „Rettet den Kleinbecker Park“, das der Arbeitskreis für Umwelt und Heimat und die Wählergemeinschaft GFL gegründet haben, plant für Samstag (24. August) eine Menschenkette, um gegen die Bebauung der Grünfläche des Kleinbecker Parks anzukämpfen. Doch scheint diese Bebauung beschlossene Sache zu sein. Der Eigentümer, Harpen Immobilien, hat das Baurecht. Falls dort doch keine Bebauung stattfinden kann, müsste die Stadt den Eigentümer entschädigen - weil ihm das Baurecht dann wieder entzogen werden müsste.

Erhalt würde der Stadt Geld kostet

„Dann könnte es sein, dass die Stadt dem Eigentümer sogar mehr Geld zahlen müsste, als dieser bei Bebauung bekommen würde“, sagt Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (GFL).

Doch das würden nicht die alleinigen Kosten für die Stadt bleiben. Auch die Pflege zahle sie dann, ebenso die Gewährleistung der Verkehrssicherheit. „Wir sprechen hier von 50 Euro pro Quadratmeter, bei einer Fläche von rund 5000 Quadratmetern, allein für die Verkehrssicherung. Die Pflege und Instandhaltung kämen dann noch oben drauf“, so der Technische Beigeordnete Arnold Reeker.

Lage spielt eine Rolle

Außerdem sei die Grünfläche, von der hier die Rede ist, in der Nähe eines ohnehin bestehenden Naherholungsgebietes, dem Seepark in Horstmar. „Wäre die Lage eine andere, inmitten der Stadt beispielsweise, dann würde die Grünfläche auch in Hinblick auf den Klimanotstand völlig anders bewertet werden“, erklärt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Arnold Reeker gibt außerdem zu bedenken, dass bei einer Erhaltung der Fläche trotzdem rund 50 Prozent der Bäume gefällt werden müssten, wiederum um die Verkehrssicherheit dort zu gewährleisten.

Auch der Geschäftsführer von Harpen Immobilien, Franz-Josef Peveling (56), stellt die Fläche des Kleinbecker Parks in Relation: „Im Vergleich hat der Seepark Horstmar über eine Million Quadratmeter, die der Naherholung dienen. Der Kleinbecker Park hat nur eine Fläche von 4583 Quadratmetern.“

Bebauung nach Flächenwohnbauentwicklung

Von dieser Fläche würden laut Planung mit knapp 2800 Quadratmetern lediglich 40 Prozent versiegelt. Darin seien bereits Stellplätze mit eingerechnet. Insgesamt sollen dort 33 Wohneinheiten in vier Gebäudeteilen mit drei Etagen entstehen. „Diese 33 Wohnungen kommen dem dringend benötigten Wohnraum im Sinne der Nachverdichtung zugute“, so Peveling.

Es gab bereits eine Bürgerversammlung, bei der Fanz Josef Peveling anwesend war. Danach wurde im Stadtentwicklungsausschuss die Bebauung beschlossen. Die WBG habe zusammen mit Harpen Immobilien und dem Architekturbüro Weiß und Kirchner die Bauvoranfrage gestellt. „Nun wollen wir noch einmal das Planungsrecht auf den Tisch bringen und warten auf die Bestätigung des Bauvorbescheids.“

Bevorstehende Genehmigung

Der Pressesprecher der Stadt bestätigt dies: „Mittlerweile liegt der Verwaltung eine Bauvoranfrage auf der Grundlage der vorgestellten Planung vor. Diese Bauvoranfrage kann vor dem Hintergrund des vorliegenden Baurechts nach § 34 Baugesetzbuch und der Beschlüsse des Rates gegen die Aufstellung eines Bebauungsplans nicht abgelehnt werden.“

Weiter sagt der Stadtsprecher dazu, dass der Technische Beigeordnete Arnold Reeker plant, den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt in dessen Sitzung am 10. September im nicht-öffentlichen Teil über die Bauvoranfrage und die bevorstehende Genehmigung zu informieren.

Franz Josef Peveling erklärt, dass selbst wenn mit der WBG kein Vertrag zustande käme, wonach es nicht aussehe, Harpen Immobilien selbst auf dem besagten Grundstück bauen werde.

Zu der geplanten Menschenkette werde der Geschäftsführer, der seit 27 Jahren für das Unternehmen in Lünen tätig ist, trotz der unterschiedlichen Ziele von Harpen Immobilien und dem Bündnis „Rettet den Kleinbecker Park“ gehen.

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