Stadtgartenquartier: Kirchhofstraße wird nächste Fahrradstraße in Lünen

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Lünen bekommt eine weitere Fahrradstraße: Die Politik hat die Neugestaltung der Kirchhofstraße beschlossen. Anwohner und Verwaltung hatten die Variante favorisiert, auch wenn‘s teuer wird.

Lünen

, 19.09.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das „Stadtgartenquartier“ Münsterstraße entwickelt sich weiter: Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat in seiner Sitzung am 17. September beschlossen, die Kirchhof- und die Augustastraße auszubauen. Eine Verkehrsberuhigung in diesem Bereich war im Handlungskonzept für das Stadtgartenquartier ohnehin vorgesehen.

In den Anwohnerbeteiligungen hatte sich dann auch der Wunsch nach einer Fahrradstraße herauskristallisiert. Die soll nun auch kommen - allerdings nur auf der Kirchhofstraße, die damit „einer Haupterschließungsstraße gleichzusetzen ist“, wie es die Verwaltung erklärt. Die Augustastraße ist in ihrer verkehrsrechtlichen Bedeutung hingegen eine Anliegerstraße.

Letzteres hat Auswirkungen auf die Gebühren nach dem Kommunalen Abgabengesetz, die für diese Maßnahme fällig werden. Die Anwohner der Kirchhofstraße werden mit 50 Prozent für die Kosten der Fahrbahn und mit 65 Prozent der Kosten für Gehweg, Parken und Beleuchtung zur Kasse gebeten. In der Augustastraße sind es 70 beziehungsweise 80 Prozent. So oder so erklärte die GfL deshalb im Ausschuss, dass sie dem Vorschlag der Verwaltung nicht zustimmen werde - sie lehne KAG-Gebühren in jeglicher Form ab. Gleiches galt für den Vertreter der Piratenpartei.

Förderung von 80 Prozent des städtischen Anteils

Die Gesamtsumme der Maßnahmen beläuft sich laut der städtischen Kostenschätzung auf rund 1,2 Millionen Euro. Nach Abzug der KAG-Beiträge kann die Stadt für ihren verbleibenden Anteil Förderungen beantragen. Bund und Land stellen hier eine Übernahme von bis zu 80 Prozent der Kosten in Aussicht.

Die Notwendigkeit der Maßnahme war im Ausschuss unbestritten: Beide Straßen sind in einem schlechten baulichen Zustand, und zu Hol- und Bringzeiten während des Betriebs der Viktoriaschule wird es unübersichtlich. Durch die Fahrradstraße soll der motorisierte Verkehr ins zweite Glied rücken, zudem sind auf beiden Straßen überfahrbare und hervorgehobene Plateaus vorgesehen.

Damit an der Kirchhofstraße ein beidseitiger Gehweg mit der Mindestbreite von 1,50 Metern gebaut werden kann, müssen die Pkw-Stellplätze entlang der Friedhofsgrenze entfallen. „Es soll geprüft werden, ob an dieser Stelle temporär nur bei Bestattungen auf dem Gehweg geparkt werden darf“, schreibt die Verwaltung. Weitere neue Stellplätze sind vor dem Schulhof sowie im südlichen Bereich der Augustastraße geplant.

Neue Bäume wird es hingegen nicht geben - diese Einschätzung hatte die Abteilung Stadtgrün bereits früh abgegeben. Sie wurde nun durch die Vorentwurfsplanung bestätigt.

Die Maßnahme soll nun zum 30. September im Stadtentwicklungsprogramm 2021 beantragt werden. Änderungen an der Planung sind auch danach noch möglich.

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