Stadtwerke-Chef Grunenberg warnt vor Energie-Engpass

LÜNEN Vor Deckungslücken bei der Energieversorgung hat der Geschäftsführer der Stadtwerke Lünen, Dr. Achim Grunenberg, gewarnt. „Wenn man Kernkraft und Kohle nicht will, kann man diese Deckungslücken nicht schließen“, sagte er mit Blick auf die Kritik von Umweltschützern und Bürgerinitiativen am Bau neuer Steinkohlekraftwerke.

von Von Peter Fiedler

, 04.02.2008, 13:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dr. Achim Grunenberg beteiligt sich mit "gutem Gewissen" an der Verwirklichung des Trianel-Kraftwerks.

Dr. Achim Grunenberg beteiligt sich mit "gutem Gewissen" an der Verwirklichung des Trianel-Kraftwerks.

Um zu verhindern, dass sich Deckungslücken am Energiemarkt auftäten, „müssen wir die erneuerbaren Energien weiter ausbauen, effizienter werden, Energie sparen, aber eben auch neue, hochmoderne Steinkohlekraftwerke bauen.“

Ein solches Kraftwerksprojekt allerdings, nämlich der Block 5 in Herne, ist vom Evonik-Konzern erst in der vergangenen Woche wegen Unwirtschaftlichkeit vorläufig abgesagt worden. Im Gegensatz zu Herne 5 sei die Wirtschaftlichkeit des im Lüner Stummhafen geplanten Trianel-Kraftwerks nach wie vor gegeben, hob Grunenberg hervor.

Daher beteiligten sich die Stadtwerke Lünen „mit bestem Gewissen“. Die rechtzeitige Reservierung von Kraftwerkskomponenten, ein für 20 Jahre abgeschlossener Kohleliefervertrag und eine konservative Kalkulation der Kosten für den Kohlendioxid-Ausstoß ergebe Kennzahlen, wonach das Kraftwerk wirtschaftlich betrieben werden könne.

Das Stadtwerkeverbund-Unternehmen Trianel will einen Baubeschluss treffen, sobald die erste Teilbaugenehmigung der Bezirksregierung Arnsberg vorliegt. Bis Ende 2012 soll das 750-Megawatt-Kraftwerk seinen Betrieb aufnehmen.

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