Steag-Fläche in Lünen steht kurz vor dem Verkauf: Vermarktung schon im Frühjahr 2020?

hzEhemaliges Kraftwerk

In Lünen gibt es kaum noch Gewerbeflächen. Folglich spielt die Zukunft der Steag-Fläche eine wichtige Rolle bei der Stadtplanung. Hier steht nun offenbar ein entscheidender Schritt bevor.

Lünen

, 19.11.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum 31. Dezember 2018 wurde das Steag-Kraftwerk in Lünen offiziell stillgelegt. Seitdem steht die Frage im Raum, was mit der rund 42 Hektar großen Fläche an der Moltkestraße passiert. Nach Informationen unserer Redaktion liegt die Antwort auf diese Frage spätestens Ende dieses Jahres auf dem Tisch.

Wie unsere Redaktion aus gut informierten Kreisen erfuhr, hat die Steag GmbH (Essen) einen Käufer gefunden. Wenn der nicht noch im letzten Moment abspringt, dann soll der entsprechende Vertrag im Dezember von den Vertragsparteien unterzeichnet werden.

Remondis aus dem Rennen

Zu Gerüchten, wonach es sich bei dem Käufer der Fläche um die - zur weltweit agierende Rethmann-Gruppe (Selm) gehörende - Remondis SE & Co. KG (Lünen) handelt, verlautete aus den Kreisen lediglich, dass Remondis an der Fläche interessiert war (und außerdem an der ganzen Steag, Anm.d.Red.), allerdings ein anderer Bewerber das Rennen gemacht habe. Weitere Angaben dazu gab es nicht, außer, dass der künftige Eigentümer mit der Vermarktung der Fläche (also dem Weiterverkauf) schon im Frühjahr 2020 beginnen will.

Mögliches Problem dabei: Um etwa kleinteiliges Gewerbe, wie von der Stadt Lünen favorisiert, auf der Fläche anzusiedeln, braucht es einen neuen Bebauungsplan. Nach derzeitigen Stand handelt es sich bei dem Areal vereinfacht gesagt um eine Kraftwerksfläche. Das zu ändern fällt in die Verantwortung der Stadtverwaltung und am Ende des Stadtrates. So gesehen dürfte die Stadt bei der Entwicklung der Fläche schon ein Wörtchen mitreden.

Steag schweigt beharrlich

Die Essener Steag GmbH machte gegenüber unserer Redaktion am Freitag (15.11.) keine Angaben zur Zukunft der Fläche einschließlich eines möglichen Kraftwerkabrisses und des bevorstehenden Verkaufes.

Vielmehr verwies ein Steag-Sprecher auf ein Interview, das unsere Redaktion im Juni dieses Jahres mit dem zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Kraftwerksleiter Kai Uwe Braekler geführt hat. Auf die Frage, wann denn das Kraftwerk abgerissen werde, antwortete Braekler:

„Wann und was abgerissen wird, steht noch gar nicht fest. Denn ein Abriss macht erst Sinn, wenn konkrete Pläne im Rahmen eines Investitions- und Entwicklungsprojekts feststehen. Dafür wiederum benötigt man eine belastbare Bauleitplanung durch die Stadt Lünen. Was ich damit sagen will: Es sind noch einige Detailfragen zu klären, bis wir konkret über Abrissarbeiten sprechen können.“

Konzept für Folgenutzung wichtig

Außerdem erklärte Braekler im Sommer, dass die Frage, wer denn den Rückbau der Kraftwerksanlagen übernehmen wird, zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beantwortet werden könne, „denn sie richtet sich nach dem Konzept für die Folgenutzung. Im Moment werden viele Gespräche mit möglichen Investoren und Flächenentwicklern geführt. Da gibt es reges Interesse (...).“

Ungeachtet dessen erklärte der Steag-Sprecher am Freitag, dass die in dem Interview angekündigten Trockenlegungs-Arbeiten am Kraftwerk planmäßig Ende Oktober abgeschlossen wurden. Außerdem hieß es:

  • Alle Druckbehälter wurden bei der Zentralen Überwachungsstelle des TÜV abgemeldet.
  • Für alle prüfpflichtigen Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen liegen Prüfbescheinigungen zur Vorbereitung der behördlichen Abmeldung vor.
  • Der Bahnanschluss wurde gekündigt.
  • Die Überwachung der verbliebenen Rest-Signale (Kühlturm, Schornstein) erfolgt durch das Kraftwerk Bergkamen.
  • Das Gelände wird durch einen Sicherheitsdienst gesichert.
  • Ende November wird es eine finale Begehung durch die Fachdezernate der Bezirksregierung Arnsberg geben.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt