Kinofest Lünen: Verein Pro Lünen erwägt Rückzug aus der Organisation

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Der Verein Pro Lünen erwägt nach 17 Jahren seinen Rückzug aus der Organisation des Kinofestes in Lünen. An der Unterstützung der Veranstaltung will der Vereinsvorstand dennoch festhalten.

Lünen

, 01.10.2020, 14:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Jahr 2003 stand das Kinofest in Lünen vor dem Aus: Sein Gründer, der Kinobetreiber Gerd Politt, musste Insolvenz anmelden - in der Finanzierung des Festivals klaffte eine riesige Lücke. Diese Lücke stopfte damals der Verein „Pro Lünen e.V.“, der nach eigenen Angaben 150.000 Euro absicherte und so das Kinofest rettete. Seitdem tritt Pro Lünen offiziell als Veranstalter des Kinofestes auf.

Ob das so bleibt, ist allerdings unklar. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte der Verein das 31. Kinofest, das vom 28. Oktober bis 1. November geplant war, abgesagt - sehr zum Ärger der Cineworld, die ein abgespecktes Festival auch unter strengen Hygienebedingungen für möglich gehalten hätte. Schließlich präsentierten die beiden Kinofest-Leiter Michael Wiedemann und Sven Ilgner gemeinsam mit der Cineworld eine neue Festivalidee, die als Kinofest-Ersatz vom 4. bis 7. November in Lünen stattfinden soll.

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Das wiederum hätten die Pro-Lünen-Mitglieder aus der Presse erfahren. Der Vereinsvorstand findet es einerseits „mutig, aber auch großartig, dass sich mit dem neuen Veranstalterteam die Cineasten mit so erfahrenen Fachleuten in ein neues Kinofestformat wagen“, wie er in einem Brief an seine Mitglieder am Donnerstag (1. Oktober) erklärt. „Zum anderen ist damit auch der Zeitpunkt gekommen, die Veranstaltung des neu ausgerichteten Kinofestes Lünen zukünftig in die Verantwortung eines anderen kompetenten Teams zu übergeben.“

Pro Lünen will mit Mitgliedern diskutieren

Das bedeute nicht, dass der Verein beim Kinofest aussteigen will, wie Maximilian Püschel von Pro Lünen auf Anfrage betont: „Wir halten das Kinofest nach wie vor für sehr wichtig für die Stadt und wollen es auch weiter unterstützen.“ Allerdings: „Wenn sich Partner nicht an Absprachen halten, dann fehlt dem Vorstand irgendwann die Grundlage, um weiterzuarbeiten.“

Auf der kommenden Mitgliederversammlung, die aufgrund von Corona digital abgehalten werden soll, möchte der Vorstand das Thema mit seinen Mitgliedern diskutieren. „Und dann werden wir sehen, wie unsere Unterstützung aussehen wird“, so Püschel, nach dessen Angaben der Verein mittlerweile 500.000 Euro in das Kinofest investiert.

Der einzigartige Charakter des Kinofestes sei geprägt „durch die persönliche Zusammenkunft der bunten Stadtgesellschaft mit den Kinotreibenden“, heißt es in dem Schreiben des Vereins weiter. Das sei aufgrund der Pandemie 2020 nicht zu verantworten: „In der Risikoabwägung sind wir schließlich zum Ergebnis gekommen, dass alle Durchführungsoptionen mit Präsenzveranstaltungen nicht möglich waren.“

Freude über die guten Wünsche

Zu den erfahrenen Fachleuten gehört neben Michael Wiedemann und Sven Illgner auch Dr. Anke Höwing vom Kinofest-Komitee. Nach der Corona-bedingten Absage des Festes durch Pro Lünen hätten sie versucht, unter den gegebenen Bedingungen einer Kinovorführung ein paar Filme zu zeigen: „Unser Bemühen war es, ein Zeichen zu setzen und irgend etwas zu machen“, so Anke Höwing. „Kino Film Fest Lünen 2020“ haben sie das neue Festival genannt.

Höwing freut sich über „die guten Wünsche von Pro Lünen“, wie sie auf Anfrage unserer Redaktion erklärt. Im letzten Absatz des Mitgliederschreibens heißt es: „Bitte unterstützen Sie auch in der Zukunft zusammen mit uns das neue Kinofest in Lünen. Hierfür wünschen wir allen Beteiligten viel Erfolg.“ Dass Pro Lünen seine Mitglieder ermuntert, „uns wohlgesonnen zu sein und uns zu sponsern“, sieht Anke Höwing positiv.

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