Team-Teaching und Klassenrat: Realschule Altlünen ausgezeichnet

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Soziales Lernen wird in der Realschule Altlünen in besonderer Weise umgesetzt - das sieht auch der Kreis Unna so. Er zeichnete die Schule dafür mit einem Förderpreis aus.

von Julian Beimdiecke

Lünen

, 11.10.2020, 14:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass ihm die Inklusion im Kita- und Schulbetrieb sehr wichtig ist, unterstrich der scheidende Landrat Michael Makiolla am vergangenen Donnerstag: In der Aula des märkischen Berufskollegs überreichte er fünf Mal den Förderpreis Inklusion des Kreises Unna - und einer der Preise ging an die Realschule Altlünen. „Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die Inklusion nicht in Vergessenheit gerät und dafür sind die mit dem Förderpreis ausgezeichneten Best-Practice-Beispiele ganz wichtig“, so Makiolla am Rande der Preisverleihung.

Soziales Lernen fest verankert

Dass auch die Realschule Altlünen eins dieser Beispiele ist, kam bei den Nordlünern sehr gut an. „Wir freuen uns natürlich sehr über diese Auszeichnung. Es ist eine tolle Anerkennung unserer Arbeit“, kommentierte die kommissarische Schulleiterin Claudia Fellowes den Erfolg.

Konkret wurde die Schule für das Projekt „Soziales Lernen für ALLE“ mit dem Preis bedacht: Innerhalb dieses Programms steht bei allen Fünftklässlern der Realschule einmal in der Woche für eine Stunde das soziale Lernen fest verankert auf dem Stundenplan. „In diesen Stunden geht es für die Schülerinnen und Schüler darum, das Miteinander zu organisieren“, so Fellowes. Das geschehe oftmals über Spiele - zum Beispiel über Rätsel wie den gordischen Knoten -, aber auch Dinge wie die Wahl eines Klassenrats stehen in diesen Stunden an. „Diese Wahl eines Klassenrats findet dann auch in den sechsten und siebten Klassen noch statt - das heißt, die Schülerinnen und Schüler wenden weiter das an, was in den Stunden zum sozialen Lernen erarbeitet wird“, erklärt Fellowes.

Lehrer bekommen mehr mit

Neben der inhaltlichen Komponente gibt es aber auch eine organisatorische Besonderheit, die bei der Jury den Ausschlag zugunsten der Realschule gegeben haben könnte: Denn innerhalb dieser Einheiten wird das sogenannte Team-Teaching angewandt - das heißt, dass gleich zwei Lehrkräfte die Klassen betreuen. „Neben dem Klassenlehrer oder der Klassenlehrerin ist das unsere Sozialpädagogin Claudia Ortmann, die auch das Konzept bei uns erarbeitet hat“, erklärt Fellowes. Während hauptsächlich Ortmann den Unterricht durchführt, bekommen die Lehrkräfte im Hintergrund einen ganz anderen Blick auf ihre Schüler und bekommen vieles mit, was sonst im normalen Klassenbetrieb untergeht. „Kinder mit möglichem Förder- und Unterstützungsbedarf oder anderen Schwierigkeiten und Potentialen können so frühzeitig entdeckt und gefördert werden“, sieht auch Fellowes.

Insgesamt komme das Projekt sowohl bei Lehrern als auch bei Schülern gut an - und soll deswegen nicht nur beibehalten, sondern auch gefördert werden: Deswegen fließen die 1000 Euro Preisgeld auch weiter in das Projekt.

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