Trauriger Abschied aus Lünen

Familie Avdulji trifft ein letztes Mal Helfer

15.05.2007, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Horstmar, das gleichzeitig als Unterkunft der beiden diente, trafen sich alle ihre Freunde und Unterstützer der vergangenen 18 Monate. ?Wir werden heute alle noch einmal gemütlich zusammensitzen, etwas essen und uns unterhalten,? erzählt Hadjera Avdulji. Ihre Zeit im Kirchenasyl ist nun abgelaufen. Doch trotz der geplanten Abreise ist den beiden ein kleiner Aufschub gewährt: Zur Ausreise fehlen noch nötige Papiere. ?Wie lange das dauern wird, bis alles zusammen ist, ist noch nicht abzusehen,? erklärt Volker Jeck (Foto), Pfarrer der Gemeinde und Flüchtlingsbeauftragter des Kirchenkreises Lünen. Hadjera Avdulji kam vor acht Jahren als Flüchtling aus dem Kosovo nach Lünen. Wegen eines Umwegs über Serbien muss sie nun zurück in das kleine Städtchen Zrenjanin in der Nähe von Belgrad. ?Dort werde ich mit meiner Tochter erst bei Verwandten wohnen, bis ich etwas eigenes gefunden habe,? erzählte sie. Doch eine richtige Perspektive bietet das Land der kleinen Familie nicht. ?Wir können noch nicht einmal die Sprache,? so die junge Frau. In Serbien wird sie einem Arbeitsmarkt mit hoher Arbeitslosigkeit und einer schwierigen Schulsituation für ihre Tochter gegenüberstehen. Auch soziale Errungenschaften, die bei uns selbstverständlich sind und einfachste Dinge wie eine Kanalisation gebe es in den Gebieten der Roma dort nicht, erklärte Jeck. Darüber hinaus seien Diskriminierungen dort an der Tagesordnung. Avdulji will sich nicht unterkriegen lassen: ?Irgendwie müssen wir es ja schaffen.? Von Seiten der Gemeinde versucht man jetzt mit Sponsoren und kleinen Spenden eine Rückkehrhilfe zu finanzieren oder einen Neuanfang in Serbien zu unterstützen. Mehr kann man in dieser Situation nicht tun: ?Wir haben nun keine weiteren Möglichkeiten und sind mit dem jetzigen Ergebnis natürlich überhaupt nicht zufrieden,? so Jeck. Der Fluchtdruck auf der Welt sei sehr hoch, doch die wenigsten Flüchtlinge kämen noch nach Deutschland,? erklärt er. ?Anders als in den 90er Jahren ist die Flüchtlingszahl rückläufig. Im vergangenen Jahr kam eine kleine Zahl an Flüchtlingen nach Lünen, die man gut unterstützen kann.? she

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