Umwelthilfe will keine Silvesterböllerei mehr in Lünen und fordert Stadt zum Handeln auf

hzDeutsche Umwelthilfe

Die Deutsche Umwelthilfe hat sich einen Namen - und Feinde - gemacht im Kampf gegen schlechte Luft. Deren Zahl wird noch zunehmen. Es geht um die Silvesterböllerei - auch in Lünen.

Lünen

, 25.10.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn es um saubere Luft geht, dann war die Deutsche Umwelthilfe in den letzten Monaten immer ganz weit vorne dabei.

Jetzt hat die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation erneut die Initiative ergriffen: Sie hat 67 Anträge vorgelegt, um in Städten mit vergleichweiser hoher Luftbelastung das Silvesterfeuerwerk zu verbieten - auch Lünen steht auf dieser Liste. Bereits im Sommer hatte die Organisation für weitere 31 Städte solche Anträge gestellt.

Seit vielen Jahren setzt sich die Deutsche Umwelthilfe bereits für ein Ende der Böllerei ein. Am ersten Tag eines neuen Jahres herrschen in deutschen Städten aufgrund des Silvester-Feuerwerks teils Rekord-Feinstaubbelastungen, so die Umwelthilfe und führt auch die zahlreichen Wohnungsbrände, vermüllte Straßen und Grünanlagen ins Feld.

Auf der Liste der Umwelthilfe stehen Städte, deren Partikelkonzentration von 20 Mikrogramm im Jahresmittel belastet sind. Die Weltgesundheitsorganisation empfehle, diesen Wert nicht zu überschreiten. Die Umwelthilfe gibt den Jahresmittelwert für Lünen mit 30 Mikrogramm an. Damit, so teilt die Deutsche Umwelthilfe mit, müsse sich Lünen wie auch alle anderen auf der Liste stehenden Städte mit dem Verbotsantrag beschäftigen.

Stadt wundert sich ein bisschen über den genannten Wert

Das hat die Stadt Lünen inzwischen getan und teilt dazu Folgendes mit: „Tatsächlich hat uns am Montagabend ein Fax der Deutschen Umwelthilfe erreicht“, sagt Stadtsprecher Benedikt Spangardt. Darin habe die Umwelthilfe allerdings nicht, wie in der Pressemitteilung angekündigt, einen formalen Antrag gestellt, sondern die Kommune aufgefordert, „mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Feinstaubbelastungen an Silvester umgehend zu beschließen und noch ergebniswirksam für den Jahreswechsel 2019/2020 umzusetzen“. Offiziell Stellung genommen hat die Stadt zu dieser Aufforderung noch nicht. Man müsse darüber erst noch beraten.

Abgesehen davon wundert man sich ein bisschen bei der Stadt, wie die Deutsche Umwelthilfe auf den Jahresmittelwert von 30 Mikrogramm kommt. Benedikt Spangardt: „In der Tat sind die 30 Mikrogramm auch der Jahresmittelwert einer Messstation in der Stadt, und zwar der im Industriegebiet an der Frydagstraße. Die beiden anderen Messstation in Lünen wiesen hingegen Jahresmittelwerte von 15 Mikrogramm (Wohngebiet in Niederaden) und von 20 Mikrogramm (Industriegebiet Victoriastraße) auf.

An der Frydagstraße habe man außerdem gemeinsam mit der Bezirksregierung mittlerweile „Maßnahmen zur Reduzierung der Feinstaubbelastung abgesprochen und umgesetzt“.

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