Vergewaltigung in Oberaden: Brief aus Polen könnte letztes Detail bringen

hzVergewaltigung in Oberaden

Im Prozess um die Vergewaltigung einer 15-jährigen Schülerin in Oberaden ist das Dortmunder Landgericht einen entscheidenden Schritt weitergekommen. Dafür wird man aber umziehen müssen.

Oberaden

, 20.08.2020, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Jahr nach der brutalen Vergewaltigung einer 15 Jahre alten Schülerin in Oberaden fehlt im Prozess vor dem Dortmunder Landgericht nur noch ein letztes Detail. Die Tat hat der 33-jährige Angeklagte inzwischen gestanden. Um die Frage beantworten zu können, ob gegen ihn als Hangtäter möglicherweise die Sicherungsverwahrung angeordnet werden muss, soll allerdings noch eine frühere Lebensgefährtin als Zeugin vernommen werden.

Ruhig oder aggressiv?

Die Frau, die inzwischen wieder in Polen lebt, könnte möglicherweise darüber Auskunft geben, ob der Angeklagte grundsätzlich ein gewaltbereiter und aggressiver Typ ist. Die aktuelle Partnerin des Bergkameners hat dies in ihren Aussagen im Prozess bisher stets bestritten und den 33-Jährigen als ruhigen und ausgeglichenen Typen beschrieben.

Seit März versuchen die Dortmunder Richter, die Zeugin aus Polen zu einer Aussage im Ruhrgebiet zu bewegen. Bislang verspürte die Frau jedoch wenig Lust, nach Dortmund zu fliegen - obwohl ihr die Richter natürlich zugesichert hatten, dass sämtliche Kosten vom Land Nordrhein-Westfalen übernommen würden. Selbst die Übernachtung in einem Hotel wäre inbegriffen.

Rechtshilfeersuchen erfolgreich

Nachdem die 36. Strafkammer deshalb zuletzt ein offizielles Rechtshilfeersuchen an die zuständigen Behörden in Polen gesandt hatten, ist nun endlich Bewegung in die Sache gekommen. Wie es aussieht, kann die Frau in Polen vor einer Videokamera befragt, die Bilder werden dann live nach Deutschland übertragen. „Ich habe kürzlich ein Schreiben der polnischen Behörden erhalten“, sagte der Vorsitzende Richter Alexander Donschen am Donnerstag. Lesen konnte er den Brief allerdings noch nicht. Er ist auf Polnisch verfasst und muss nun erst übersetzt werden.

Videovernehmung im September?

Sollten die polnischen Behörden ihre Zustimmung gegeben haben, ist angedacht, die Vernehmung am 21. September durchzuführen. Diese kann jedoch wegen fehlender technischer Voraussetzungen nicht im Gebäude des Dortmunder Landgerichts stattfinden.

Das nächste Gericht, das über die erforderliche Technik verfügt, steht in Bochum. „Dann verhandeln wir eben dort“, so Donschen. Im Anschluss an die Videovernehmung soll dann der psychiatrische Sachverständige sein Gutachten über den Angeklagten erstatten. Anschließend könnten die Plädoyers gehalten und das Urteil gesprochen werden.

Urteil könnte im Herbst fallen

Klar ist aber schon jetzt, dass dies erst im Herbst erfolgen kann. Mehrere Prozessbeteiligte treten in den nächsten Wochen ihren Urlaub an, sodass erst einmal nur sehr eingeschränkt weiterverhandelt werden kann.

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