Andreas Abels (r.) und seine Kollegen vom ADFC beraten alle Interessierten rund um das E-Lastenrad. © Irina Höfken
Mit und ohne Motor

Verkehr der Zukunft: Mobilschau auf dem Marktplatz trotzt dem Wetter

Die Stadt Lünen arbeitet an einem neuen Mobilitätskonzept und zeigt den Lünern den Verkehr der Zukunft - ganz praktisch. Es gibt noch eine Chance, E-Fahrräder und Co. in der City zu testen.

Mobilität von Morgen? Die lässt sich am Freitag (27.8.) und Samstag bei einer Mobilitätsschau mit dem Namen „Mobile-Open-Days“ auf dem Lüner Marktplatz hautnah bestaunen – und erleben. Und so wie es aussieht, ist sie vor allem elektrisch.

„Wir wollen nicht belehren, sondern erlebbar machen“

Aussteller aus Lünen und Umgebung zeigen, dass nachhaltige Mobilität im direkten Lebensumfeld möglich ist, erklärt Dr. Christian Muschwitz, Geschäfts- und Projektleiter von raumkom. Das Planungsbüro aus Trier erarbeitet mit der Stadt Lünen ein neues Mobilitätskonzept für die Lippestadt. Das Angebot an den Ständen reicht von E-Fahrrädern, E-Lastenrädern und E-Autos für private Zwecke, zeigt aber auch welche für die innerstädtische Logistik, den nachhaltigeren öffentlichen Nahverkehr oder die Lüner Feuerwehr.

Verkehrsplanerin Melanie Koischwitz radelt selbst immer von Waltrop nach Lünen zur Arbeit - ganz ohne Motor.
Verkehrsplanerin Melanie Koischwitz radelt selbst immer von Waltrop nach Lünen zur Arbeit – ganz ohne Motor. © Irina Höfken © Irina Höfken

„Erreichen wollen wir viele Lünerinnen und Lüner, die sich für nachhaltige Mobilität interessieren und sich inspirieren lassen wollen“, sagt Verkehrsplanerin Melanie Koischwitz, die die Veranstaltung organisiert. Muschwitz ergänzt: „Wir wollen nicht belehren, sondern erlebbar machen.“ Soweit der Plan. Das Wetter durchkreuzte ihn aber am Freitag.

An den verschiedenen Ständen können sich Interessierte über die Mobilität der Zukunft informieren - und vieles direkt ausprobieren.
An den verschiedenen Ständen können sich Interessierte über die Mobilität der Zukunft informieren – und vieles direkt ausprobieren. © Irina Höfken © Irina Höfken

Die Preisverleihung der fünf aktivsten Radler-Gruppen beim Stadtradeln ist noch bei Sonnenschein im wahrsten Sinne des Wortes gut über die Bühne gegangen, nur eine Stunde später regnete es Bindfäden und ließ die Veranstaltung „ins Wasser fallen“. „Wir können alles bestellen, nur das Wetter nicht“, sagt Christian Muschwitz.

Dr. Christian Muschwitz, Geschäftsführer von raumkom (l.) und Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter der Stadt Lünen, übergeben die Urkunden an die Stadtradler auf der Bühne.
Dr. Christian Muschwitz, Geschäftsführer von raumkom (l.) und Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter der Stadt Lünen, übergeben die Urkunden an die Stadtradler auf der Bühne. © Irina Höfken © Irina Höfken
Verkehrsplanerin Melanie Koischwitz radelt selbst immer von Waltrop nach Lünen zur Arbeit - ganz ohne Motor.
Die Preisverleihung der aktivsten Stadtradler war bei Sonnenschein noch gut besucht. © Irina Höfken © Irina Höfken

Highlight am Samstag: Looping-Fahrrad

Trotz des immer schlechter werdenden Wetters gibt es aber doch ein paar Interessenten, die bei den E-Rädern Halt machen. Eine von ihnen sagt: „Ich bin hier, um mir die Räder mal im Originalen anzuschauen. Das ging ja lange während Corona nicht.“ Das Preissegment liegt bei den Ausstellungsstücken bei etwa 2000 Euro.

(v.l.n.r.) Wilfried Schemming, Heiner Krüger, Christian Skaletz und Werner Krause von den
(v.l.n.r.) Wilfried Schemming, Heiner Krüger, Christian Skaletz und Werner Krause von den „Sattelreitern“ sind beim Stadtradeln bis zu 100 Kilometer mit dem Rad gefahren. Dafür wurden sie mit einer Urkunde belohnt. © Irina Höfken © Irina Höfken

Der Lüner Werner Krause dagegen hält von den „Schummelrädern“, wie er sie nennt, nichts. Beim Stadtradeln ist er mit seiner siebenköpfigen Truppe „Sattelreiter“ 5723 Kilometer gefahren und dafür ausgezeichnet worden.

E-Lastenräder lassen sich am Stand vom ADFC (Allgemeiner deutscher Fahrrad-Club) aus dem Kreis Unna ausprobieren: „Das ist eine Investition, die man nicht mal eben so macht“, weiß Andreas Abels vom ADFC. 5000 bis 8000 Euro kostet so ein Rad. Der Club wirb mit einem Angebot, so ein Rad kostenlos ausleihen zu können. Denn laut Abels ist es ein wichtiger Baustein für nachhaltige Mobilität der Zukunft.

Ist das E-Lastenfahrrad ein nachhaltiges Verkehrsmittel der Zukunft?
Ist das E-Lastenfahrrad ein nachhaltiges Verkehrsmittel der Zukunft? © Irina HöfkenI © Irina HöfkenI

Alle Veranstalter setzen nun auf Samstag, um mehr Menschen zu erreichen. Das Highlight wird ein Looping-Fahrrad sein, dass alle Adrenalin-Junkies ausprobieren können. Wenn man ordentlich in die Pedalen tritt, kann ein Überschlag geschafft werden – „angeschnallt, versteht sich“, sagt Christian Muschwitz.

Infos zur Veranstaltung

Mobile-Open-Days in Lünen

  • Wo? Willy-Brandt-Platz
  • Wann? Samstag (27.8.), 11 bis 16 Uhr
  • Vortragsreihe samt Podiumsdiskussion
  • Wo? Im Ratssaal des Rathauses; ohne Voranmeldung, Voraussetzung 3-G-Regel (geimpft, genesen, getestet)
  • Wann? Ab 13 Uhr
Über die Autorin
Volontärin
Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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