Medizinische Masken: Im öffentlichen Nahverkehr und in Supermärkten sind sie Pflicht. © Nora Varga
Corona-Regeln

Verschärfte Regeln: In Lüner Drogerien gibt es keine FFP2-Masken mehr

Die Regeln sind strenger: Im öffentlichen Nahverkehr und in Supermärkten müssen medizinische Masken getragen werden. Während es OP-Masken gibt, sind FFP2-Masken in einigen Lüner Drogerien aus.

Die blauen OP-Masken sind zum häufig genutzten Symbol der Corona-Pandemie geworden. Waren sie im März noch heiß begehrte Mangelware, sind sie mittlerweile an allen Ecken und Enden zu haben. Seit der Bund-Länder-Konferenz am Dienstag (19.1.) müssen medizinische Masken verpflichtend im öffentlichen Nahverkehr und in Supermärkten getragen werden. Das schließt die OP-Masken und FFP2-Masken ein. Selbstgenähte Masken aus Stoff werden dann keine Option mehr sein.

Während anderenorts die Masken knapp werden, gibt es in den Drogerien in Lünen noch ausreichend viele OP-Masken. Anders die FFP2-Masken: Bei Müller und dm waren am Mittwoch (20.1.) keine mehr zu kaufen. In den Apotheken sind die Masken noch verfügbar. Bei den Preisen gibt es Unterschiede. Im dm gibt es 20 OP-Masken für 15,95 Euro (1,25 Euro das Stück). Eine andere Marke bietet ihr Maskenpaket mit 15 Masken für 12,95 Euro an (1,85 Euro das Stück). Wer sein Kind bisher mit selbst genähten kleineren Masken versorgt hat, kann auch medizinische Masken für Kinder kaufen. Die Kindermasken sind zum Beispiel bei dm für 1,85 Euro das Stück zu haben.

Nachfrage gestiegen

Der Kauf von FFP2-Masken ist nicht nur in Lünen schwierig. Auch in anderen Städten sind die Masken in den Drogerien vergriffen. Die Läden bemühen sich um Nachschub. Josef Lange, Pressesprecher bei Rossmann: „Die Nachfrage nach FFP3-Masken ist ebenfalls stark gestiegen. Daher hat sich Rossmann entschieden, auch die Abgabemenge von FFP3-Masken auf eine Packung pro Kunde zu beschränken.“ Die Geschäfte seien von der kurzfristigen Regelung und der geringen Vorlaufzeit überrollt worden.

Christoph Werner, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung: „Aufgrund der aktuellen Anforderungen sowie der öffentlichen Debatte über FFP2-Masken und der damit verbundenen abrupt gestiegenen Nachfrage ist es möglich, dass an vielen Standorten und auch im Onlineshop dm.de FFP2 Masken temporär ausverkauft sind. Wir haben jedoch sofort reagiert, unsere Beschaffung an FFP2-Masken ausgeweitet und die logistischen Prozesse entsprechend angepasst. Wir bereiten uns deutschlandweit auf eine erhöhte Nachfrage unserer Kunden vor.“

Verschiedenen Preise, unterschiedliche Qualität

Kurz nachdem die neue Regel beschlossen wurde, gab es auch in den Sozialen Netzwerken in Lünen eine Diskussion um die Beschaffung der Masken. Besonders Menschen mit niedrigem Einkommen wissen nicht, wie sie sich regelmäßig mit den Masken eindecken sollen. Ein Nutzer schreibt auf Facebook: „Die sollen es uns zukommen lassen oder das Geld dafür monatlich überweisen (Maskenbonus-Geld).“

Neben Drogerien bieten auch Apotheken medizinische Masken an. In der Bären-Apotheke in Lünen kosten die FFP2-Masken vier Euro und die OP-Masken einen Euro. Bei den Brüning-Apotheken gibt es die Masken etwas günstiger. FFP2 Masken kosten 2,95 Euro und OP-Masken 75 Cent. Auch im Internet gibt es viele Angebote für FFP2-Masken. Oft ist der Ursprung dieser Masken und ihre Zertifizierung nicht klar. Das Top-Seller Angebot auf Amazon sind 20 FFP2-Masken zertifiziert und aus Deutschland für 25 Euro.

Die FFP2-Masken und auch die OP-Masken gelten eigentlich als Einmal-Produkt. Da aber vor allem die FFP2-Masken knapp sind, werden sie von vielen mehrfach getragen. Das Bundesgesundheitsministerium gibt Hinweise für die hygienische Mehrfachnutzung der Masken. Grundsätzlich gibt es zwei Verfahren die Masken zu reinigen. Die 80 Grad-Methode und die 7-Tage-Trocknung.

Informationen des Bundesgesundheitsministerium zur Kennzeichnung von FFP2-Masken

„An FFP-Masken werden, anders als bei Alltagsmasken, besondere Ansprüche gestellt. Sie müssen daher den gesetzlichen Anforderungen entsprechen und der europäischen Norm EN 149:2001+A1:2009 genügen. Dafür müssen Hersteller ein erfolgreiches Nachweisverfahren (Konformitätsbewertungsverfahren einschließlich einer Baumusterprüfung gemäß PSA-Verordnung (EU) 2016/425) durchführen, um zu belegen, dass ihre Produkte allen gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Erst dann können Hersteller die FFP-Masken mit dem CE-Kennzeichen versehen und sie in Europa frei vertreiben.“ (Quelle: BGM)

Die 80 Grad-Methode

Die FFP2-Masken müssen mindestens 60 Minuten einer Temperatur von 80 Grad ausgesetzt werden. Ab 105 Grad wird die Filterleistung der Maske beeinträchtigt. Die Technik eignet sich nicht für formstabile Masken der FFP2-Masken mit Filter.

Die Fachhochschule Münster, die die Technik für das Bundesgesundheitsministerium entwickelt hat, schreibt zum Ablauf: „Außerhalb des Backofens ist das saubere Backofenrost/Gitter mit Backpapier zu belegen. Legen Sie die trockene Maske und ein Braten- bzw. Backofenthermometer auf das Backpapier, belassen es aber noch außerhalb des Ofens. Stellen Sie den Backofen auf 80°C Ober- und Unterhitze ein. Nach der Vorheizzeit schieben Sie das Rost samt Masken in den Ofen. Belassen Sie die FFP2-Maske 60 Minuten im geschlossenen Ofen, öffnen Sie diesen bitte nicht zwischendurch. Die Maske sollte auf diese Art nur fünf Mal wieder aufbereitet und dann im Hausmüll entsorgt werden.“

7-Tage-Trocknung

Auch die Zeit kann die getragenen FFP2-Maske desinfizieren. Wer über sieben Masken verfügt kann jede immer eine Woche trocknen und hängen lassen bevor er sie wieder anzieht. Die Fachhochschule Münster: „Nehmen Sie Ihre FFP2-Maske (z.B. die „Montags-Maske“) nach dem Tragen vorsichtig ab – ohne die Vorderseite zu berühren. Hängen Sie diese zum Trocknen an den ersten Haken. Die Maske muss nun bis zum nächsten Montag dort hängen bleiben und trocknen, bis sie von Ihnen wieder getragen wird. Am nächsten Tag verwenden Sie eine neue Maske, welche Sie im Anschluss an den zweiten Haken – den „Dienstags-Haken“ zur 7-Tages-Trocknung hängen.“ Auch diese Technik eignet sich nur für das fünfmalige Reinigen.

Über die Autorin
Volontärin
Jahrgang 2000. Ist in Bergkamen aufgewachsen und nach Dortmund gekommen, um die große, weite Welt zu sehen. Überzeugte Europäerin mit einem Faible für Barockmusik, Politik und spannende Geschichten
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