Virus-Mutation in Lünen: Chefarzt mahnt, sich streng an Regeln zu halten

Coronavirus

Die britische Corona-Mutation hat Lünen erreicht. Ein Fall in der Lippestadt wurde bestätigt. Chefarzt Dr. Lenfers vom Klinikum Lünen / Werne appelliert, sich streng an Hygieneregeln zu halten.

Lünen

, 09.02.2021, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Katholische Klinikum Lünen/Werne hat seit zwei Wochen seine Test-Strategie verändert.

Das Katholische Klinikum Lünen/Werne hat seit zwei Wochen seine Test-Strategie verändert. © picture alliance/dpa

Es war nur eine Frage der Zeit, dass die ansteckenderen Covid-Mutationen auch Lünen erreichen. Jetzt ist bei einer Person die britische SARS-CoV-2 Virusvariante B.1.1.7. nachgewiesen worden. Ein Bezug zu Einrichtungen der Altenpflege oder Kindertagesbetreuung bestehe laut Pressestelle des Kreises Unna nicht.

Chefarzt Dr. Berthold Lenfers, Leiter des Covid-19-Koordinationsstabes des Katholischen Klinikums Lünen/Werne, richtet einen Appell an alle, sich stringent an die Hygieneregeln wie Abstand, Hände waschen und - trotz des kalten Wetters - lüften, zu halten. Auch Kontakte müssten reduziert werden. „Viele denken ja, die Regeln seien eher etwas für andere“, so Lenfers. Das könne sich jetzt rächen.

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Test-Strategie im Klinikum geändert

Das Klinikum Lünen/Werne, zu dem das Lüner St.-Marien-Hospital und das St. Christophorus-Krankenhaus Werne gehören, habe seine Test-Strategie bereits seit zwei Wochen verändert. Statt Antigen-Tests, die nicht so genau sind wie ein PCR-Test, würden in der Notaufnahme jetzt wieder eigene PCR-Tests durchgeführt. Die seien nur wenig langsamer, dafür aber viel genauer. Nach ein bis zwei Stunden läge das Ergebnis vor. Zwischenzeitlich seien von diesen PCR-Tests nicht so viele zu bekommen gewesen.

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Zudem gibt das Klinikum PCR-Tests an ein externes Labor. Deren Ergebnis brauche 24 bis 36 Stunden. Fünf Prozent der Positiv-Tests würden gemäß der nationalen Teststrategie nach dem Zufallsprinzip auf Mutationen hin untersucht. „Bei Verdacht können wir das zusätzlich direkt mit prüfen lassen“, so Lenfers.

Im Krankenhaus werde man jetzt bei der Anamnese noch genauer nach Kontaktreisen oder einer Häufung von Infektionen im Umfeld fragen. „Ich bin ein bisschen beruhigt, dass in den meisten Pflegeheimen die Impfaktionen durch sind. Das bedeutet aber keine Sicherheit“, erläutert Lenfers. Wenn die Mutation hier sei, sei sie hier. Letztlich helfe nur, die Kontakte zu reduzieren und zu gucken, dass man geimpft ist.

Betroffene und Kontaktpersonen in Quarantäne

Das Gesundheitsamt hat für die von Mutation betroffenen Erkrankten Quarantäne angeordnet und Kontaktpersonen ermittelt. Betroffen sind drei Personen in Fröndenberg, drei in Schwerte und eine in Lünen (Stand Dienstag, 9.2.). Die genommenen Proben wurden nachträglich im Rahmen eines Modellprojekts vom Land ausgewählt und auf Mutation getestet, teilt die Pressestelle des Kreises Unna mit. Bei Verdacht auf ungewöhnliche Häufung könne auch das Kreis-Gesundheitsamt Proben auf Varianten hin testen lassen.

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