Volksbank Waltrop führt Verhandlungen über eine Fusion

hzVolksbanken-Zusammenschluss

Die Volksbank Waltrop mit ihren drei Lüner Filialen hat Fusionsgespräche bestätigt. Der Verhandlungspartner ist auch in Lünen vertreten - aber um ein Vielfaches größer.

von Markus Weßling

Lünen

, 29.05.2019, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Volksbank Waltrop nimmt Gespräche über eine Fusion mit der viel größeren Dortmunder Volksbank auf. Davon, dass Waltrop „geschluckt“ wird, könne aber keine Rede sein, sagt der Vorstand.

Noch im Januar hatte Volksbank-Vorstand Ludger Suttmeyer intern ausgeschlossen, dass sein Haus mit der viel größeren Dortmunder Volksbank (Bilanzsumme 2018: 7 Milliarden Euro, Waltrop 910 Millionen Euro) fusionieren könnte.

Auftrag vom Aufsichtsrat

Doch das Geldinstitut in der Westfalenmetropole zeigt offenbar Bereitschaft, den Bedingungen der Waltroper entgegenzukommen. So hat der Aufsichtsrat Anfang Mai den Vorstand beauftragt, Fusionsverhandlungen mit den Dortmunder Kollegen aufzunehmen. Das berichtete Suttmeyer Dienstagabend (28.5.) bei der Vertreterversammlung in Datteln. Ein Sprecher der Dortmunder Volksbank erklärte auf Anfrage, man wolle sich am Freitag (31.5.) äußern.

Volksbank Waltrop führt Verhandlungen über eine Fusion

Die Zentrale der Dortmunder Volksbank. Im Geschäftsjahr 2018 hat die Bank erstmals eine Bilanzsumme von über 7 Milliarden Euro ausgewiesen. © Stephan Schütze

Das Geschäftsgebiet der Volksbank Waltrop umfasst Waltrop, Datteln, Oer-Erkenschwick sowie Teile von Lünen und Castrop-Rauxel. Die Bank hat rund 160 Mitarbeiter. Zum Vergleich: Die Dortmunder Volksbank hat 50 Filialen in Dortmund, Lünen (in Brambauer), Hamm, Unna, Schwerte und Castrop-Rauxel und 990 Mitarbeiter (250 in Teilzeit).

Der Aufsichtsrat der Waltroper Volksbank soll in seiner Sitzung am 3. September über das Fusionskonzept abstimmen, das dann den Volksbank-Vertretern in den Städten im Geschäftsgebiet vorgestellt wird. Das letzte Wort hat wiederum die Vertreterversammlung, die einer möglichen Fusion mit einer Dreiviertel-Mehrheit zustimmen müsste.

Teíl der drittgrößten Volksbank Deutschlands

Die Abstimmung könnte Ende 2019/Anfang 2020 über die Bühne gehen. Sollte die Fusion gelingen, wäre Waltrop Teil der (nach Bilanzsumme) drittgrößten Volksbank in Deutschland nach Berlin und Frankfurt. Hintergrund der Fusions-Bestrebungen sind rückläufige Zinserträge und stetig steigende Kosten für die Regulierung. Dem will die Volksbank begegnen, indem man Synergien schafft.

Die Waltroper betonten unterdessen in einem Gespräch mit unserer Redaktion vor der Vertreterversammlung, sie gingen – wiewohl eine relativ kleine Bank – nicht aus einer Position der Schwäche, sondern der Stärke in die Gespräche. Insbesondere verweisen sie auf die hohe Eigenkapital-Quote und darauf, dass der Großteil der Kredite regional ausgegeben wird. Als Partner sei nur eine Volksbank infrage gekommen, die dasselbe Geschäftsmodell habe – und größer sei als das eigene Haus, um zu vermeiden, dass in kurzer Zeit weitere Fusionen anstehen.

Im Umkreis sind die Volksbank Marl-Recklinghausen, Südmünsterland-Mitte und eben Dortmund größer als das Waltroper Haus. Mit den Dortmundern haben sich bei Vorgesprächen die meisten Schnittmengen ergeben.

Bedingungen: Keine Kündigungen, regionale Nähe

Suttmeyer und sein Vorstandskollege Gregor Mersmann sagten, ihre Bedingungen seien unumstößlich. Könne man sich darauf nicht verständigen, so würden die Gespräche abgebrochen. Zu den Bedingungen zählt unter anderem, dass es keine Kündigungen von Mitarbeitern wegen der Fusion gibt und dass es weiter „regionale Nähe zu unseren Mitgliedern und Kunden durch Geschäftsstellen vor Ort“ geben soll.

Zuwendungen an Vereine und die Aktivitäten der Bürgerstiftung – auch in diesen Punkten gäbe es durch eine Fusion keine Einschränkungen, heißt es. Im Gegenteil: Das Engagement der Bank könnte noch ausgeweitet werden.

Volksbank Waltrop führt Verhandlungen über eine Fusion

Die Spitze der Volksbank Waltrop während der Vertreterversammlung (v.l.) Vorstandsmitglied Ludger Suttmeyer, Aufsichtsratsmitglied Dr. Thomas Hölscher, Aufsichtsratsvorsitzender Harald Lamprecht, Aufsichtsratsmitglied Ulrich Beckmann und Vorstandsmitglied Gregor Mersmann © Volksbank Waltrop

Während der Vertreterversammlung in der Stadthalle Datteln konnte Vorstand Ludger Suttmeyer solide Geschäftszahlen präsentieren.

Die Volksbank steigerte ihre Bilanzsumme um 4,6 Prozent auf 910 Millionen Euro und knackte damit erstmals die 900-Millionen-Euro-Marke. Sie wuchs damit dreimal so stark wie die bundesdeutsche Wirtschaft.

Die Volksbank Waltrop ist in Lünen mit einer Niederlassung in der Innenstadt am Marktplatz, der Filiale in Brambauer, Mengeder Straße, und einem Beratungszentrum in Horstmar, Baukelweg, vertreten. Die Hauptstelle befindet sich in Waltrop.
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