Von Rheine zur Nordsee: Heide Großgarten läuft und sammelt Spenden für einen guten Zweck

hzLüner Hospizverein

Immer in Bewegung. Ohne Sport läuft für Heide Großgarten nichts. Jetzt will sie laufen und Gutes tun: Für 190 Kilometer von Rheine bis zur Nordsee sucht sie Spender.

Nordlünen

, 25.08.2019, 13:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach dem Mauerwegslauf in Berlin im vergangenen Jahr hatte Heide Großgarten ein läuferisches Tief. Jetzt möchte sie wieder loslegen und mit dem Laufen Spenden sammeln. 190 Kilometer von Rheine bis zur Nordsee hat sie sich vorgenommen. Die Koordinatorin des Ambulanten Lüner Hospizvereins möchte das Geld der Trauerbegleitung des Hospizvereins zugute kommen lassen. Einer Arbeit, die Menschen in schweren Stunden auffängt.

Von Krankenkassen nicht finanziert

Sechs ehrenamtliche Trauerbegleiter kümmern sich in den Trauercafés im Altenzentrum St. Norbert und im stationären Hospiz am Wallgang um Betroffene, die nahestehende Menschen verloren haben. Dort erleben sie Trost und machen die Erfahrung, dass sie in ihrer Trauer nicht alleine sind. „Diese wichtige Arbeit wird von den Krankenkassen nicht finanziert“, weiß Heide Großgarten. Die Spendengelder sollen dazu beitragen, dass weitere Ehrenamtliche als Trauerbegleiter geschult werden können. Die Ausbildung über 80 Stunden kostet pro Person 1300 Euro.

Anorte Reher, Vorsitzende des Ambulanten Lüner Hospiz, freut sich über das Engagement von Heide Großgarten. Denn es wäre gut, wenn weitere Helfer eine Trauerbegleiterausbildung bekommen könnten. „Es ist unbedingt wichtig, dass immer zwei Ehrenamtliche in der Gruppe sind, damit es auch die Chance eines persönlichen Gesprächs gibt.“

Heide Großgarten plant ihren Spendenlauf vom 2. bis 4. Oktober. An ihrer Seite sind die Läuferinnen Kirsten Althoff und Silvia Sprenger. Der ehrenamtliche Helfer des Ambulanten Hospiz, Joachim Birkhölzer, wird die Autobegleitung übernehmen. In vier Etappen wollen sie die 190 Kilometer schaffen.

Training mit bis zu sechs Stunden Sport

Heide Großgarten bereitet sich schon darauf vor. „Es ist wichtig den Kreislauf über Stunden hochzuhalten.“ Die 53-Jährige läuft nicht nur täglich den Weg von Selm zum neuen Domizil des Ambulanten Hospiz an der Gertrud-Bäumer-Straße 5 nach Lünen, sondern geht morgens schon eine Stunde schwimmen und abends noch ins Fitnessstudio.

Information

Das ist der Lüner Hospizverein

Der Ambulante Hospizverein Lünen bietet seit 1996 Sterbe- und Trauerbegleitung an. 33 Ehrenamtliche und zwei Hauptamtliche sind für ihn tätig. Wer spenden will, kann das unter dem Stichwort „Laufen für die Trauerarbeit“ tun. Sparkasse an der Lippe IBAN DE 55 4415 2370 0010 0907 10.

Am Wochenende stehen neben Schwimmen und Laufen zusätzlich vier Stunden auf dem Fahrrad an. „Es fällt mir nicht schwer, über fünf oder sechs Stunden Sport zu treiben“, berichtet sie. Die 53-Jährige stammt aus einer Läuferfamilie. Von Jugend an war sie bei Laufevents dabei, denn die Eltern waren beide begeisterte Läufer. Noch mit 70 lief ihre Mutter einen Marathon.

Heide Großgarten hat bei Marathons in New York, Berlin und Hamburg mitgemacht. Auch bei Ultra-Läufen mit 50, 72 und 75 Kilometern war sie dabei. Der Mauerwegslauf im vergangenen Jahr ging über 161 Kilometer. An Wettbewerben möchte sie allerdings jetzt nicht mehr teilnehmen.

Der Lüner Hospizverein ist umgezogen. Bei einem „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, 25. August, werden von 13 bis 17 Uhr die neuen Räume an der Gertrud-Bäumer-Straße 5 vorgestellt. Es gibt auch Informationen über die Arbeit des Ambulanten Hospizdienstes sowie Cocktails, Verpflegung und Live-Musik.
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt