Warum manche Lüner Schule nur die Hälfte ihrer Schwimmstunden im Lippe-Bad nutzt

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Immer weniger Kinder können schwimmen. Das liegt offenbar auch daran, dass ein nicht ausreichend Lehrer gibt, die entsprechend qualifiziert sind. Das hat Konsequenzen für den Unterricht.

Lünen

, 22.09.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit längerem schlagen Vereine wie die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) Alarm - immer weniger Kinder können schwimmen. Das kann gefährliche Folgen haben, nicht nur im Urlaub am Meer.

Immer wieder wird beklagt, dass weniger Schwimmbäder ein Grund für diese alarmierenden Zahlen sind. Eltern haben weniger Möglichkeiten, mit ihren Kindern ins Schwimmbad zu gehen und ihnen das Schwimmen beizubringen.

Da könnten Schulen in die Bresche springen. Aber - nutzen die Lüner Schulen die ihnen angebotenen Zeiten im Lippe-Bad auch ausreichend? Das wollte die Fraktion „Gemeinsam für Lünen“ (GFL) von der Verwaltung wissen. Die wandte sich an die zuständige Bädergesellschaft und legte nun dem Ausschuss für Bildung und Sport die Zahlen vor.

„Die angebotenen Stunden werden nicht zu 100 Prozent genutzt“, bedauerte Andreas Mildner (GFL). Dabei wäre dies, so der Ratsherr, wünschenswert, damit mehr Kinder schwimmen lernen.

Warum manche Lüner Schule nur die Hälfte ihrer Schwimmstunden im Lippe-Bad nutzt

Der Sprungturm im Lippe-Bad. Immer weniger Kinder können schwimmen. Diese Defizite können die Schulen aus verschiedenen Gründen nicht ausgleichen. © Quiring-Lategahn

Die Kardinal-von-Galen-Schule mit 90 Prozent und die Leoschule mit 95 Prozent sind die Spitzenreiter im ersten Halbjahr 2019. Im Durchschnitt der Grund- und weiterführenden Schulen wurden 70 Prozent der Stunden genutzt. Von 1582 möglichen Schwimmstunden im Lippe Bad waren die Schulen 1109 Stunden tatsächlich vor Ort.

Es gibt auch vier Lüner Schulen, die im ersten Halbjahr 2019 nicht mal oder nur knapp die Hälfte der ihnen zustehenden Schwimmstunden genutzt haben. Im zweiten Halbjahr 2018 lag der Durchschnitt stadtweit bei 73 Prozent, da gab es sogar Schulen, die nur 32 oder 38 Prozent der Schwimmstunden nutzen konnten, die ihnen zugestanden hätten.

Qualifiziertes Personal ist nicht ausreichend vorhanden

Die Gründe, warum keine Schule zu 100 Prozent die Zeiten nutzt, sind vielfältig, wie Jürgen Grundmann, Leiter der Lüner Schulverwaltung, im Ausschuss sagte. „Es gibt Klassenfahrten und Ausflüge an Daten, wo normalerweise der Schwimmunterricht stattfindet. Ein wichtiger Grund ist aber, dass Schulen teilweise gar nicht das erforderliche, qualifizierte Personal haben.“

Das liege daran, dass entsprechende qualifizierte Lehrer entweder in Pension gegangen sind oder eine neue Stelle angenommen haben. Und jede Klasse, die Schwimmunterricht hat, muss von zwei qualifizierten Lehrkräften begleitet werden, so Ausschussvorsitzender (und Lehrer) Siegfried Störmer.

Die Bädergesellschaft rechnet mit der Stadt übrigens nur die tatsächlich genutzten Schwimmstunden im Lippe Bad ab, so Grundmann. Auch Busse, die manche Klassen von weiter entfernten Schulen zum Lippe-Bad bringen, würden rechtzeitig abbestellt, wenn sie nicht benötigt werden.

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