Was erwartet der Personalrat?

LÜNEN Für den öffentlichen Dienst haben die Tarifverhandlungen begonnen. Über die Erwartungen der Arbeitnehmer und weitere aktuelle Themen sprachen wir mit Kornelia Müller, Personalratsvorsitzende der Stadtverwaltung.

von Von Peter Fiedler

, 18.01.2008, 07:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Was erwartet der Personalrat?

"Genug gespart" meinen auch Personalratsvorsitzende Kornelia Müller und Personalratsmitglied Martin Exner.

Verdi fordert 8 Prozent mehr Einkommen, Lünens Kämmerer kalkuliert mit zwei Prozent Personalkostensteigerung. Wie wird die Tarifrunde unter den Beschäftigten bewertet? Kornelia Müller: Die Diskussionen beginnen gerade erst, zumal ja noch gar kein Arbeitgeberangebot auf dem Tisch liegt. Die Stimmungslage ist die, dass der berühmte kräftige Schluck aus der Pulle erwartet wird.

Worauf gründet diese Erwartung? Kornelia Müller: Einmal darauf, dass bei den letzten Tarifrunden Zurückhaltung geübt wurde und wir in Lünen noch eine Schüppe mehr an Arbeitsbelastung drauf bekommen haben durch Personalabbau.

Aber kann sich die Stadt Lünen einen hohen Tarifabschluss leisten, nach zwei Jahren Nothaushalt? Kornelia Müller: Die städtischen Haushalte sind belastet, das wissen wir, aber wir arbeiten ja auch daran mit, dass sich was verbessert, indem wir Arbeitsverdichtung und Stellenabbau auf uns nehmen. Aber es kann nicht immer nur am Personal gespart werden.

Der aktuell gültige Tarifvertrag hat den Weg zu einer Bezahlung geebnet, die sich stärker an der Mitarbeiterleistung orientiert. Wie ist der Stand der Dinge in Lünen? Kornelia Müller: Aus dem Tarifvertrag leitet sich der Auftrag ab, eine Dienstvereinbarung zu schließen. Wir bieten in den nächsten Wochen Mitarbeiterinformationen an und führen daran anschließend eine Mitarbeiterbefragung durch, damit wir wissen, in welche Richtung wir verhandeln sollen. Denn ich habe noch bei keinem Thema eine solche Palette unterschiedlicher Meinungen erlebt.

In welche Richtungen könnte denn theoretisch verhandelt werden? Kornelia Müller: In Lünen sind etwa 150 000 Euro zu verteilen. Die Frage ist, wie und nach welchen Kriterien. Es gibt Mitarbeiter, die sich auf einen finanziellen Leistungsanreiz freuen, andere fürchten, dass nur jene in den Genuss kommen, die sich mit ihrem Vorgesetzten gut stehen. Daher wäre aus unserer Sicht auch eine Verteilung quasi nach dem Gießkannenprinzip eine Möglichkeit.

Seit dem 1. Januar gilt im Rathaus Rauchverbot. Wie haben ihre Kolleginnen und Kollegen reagiert? Kornelia Müller: Überraschenderweise ist das Thema eigentlich gar nicht existent. Man muss schon gezielt danach fragen. Es gab zwar die Forderung nach einem Raucherraum, aber den hätten wir dann in allen Verwaltungsgebäuden schaffen müssen und haben uns deshalb dagegen entschieden. Manche Mitarbeiter, wie mein Kollege Martin Exner, haben das Verbot zum Anlass genommen, mit dem Rauchen aufzuhören.

Wo darf geraucht werden? Kornelia Müller: Im Rathauskeller gibt es draußen einen überdachten Bereich, da ist es erlaubt. Aber es ist nicht so, dass da jetzt Scharen von Rauchern stehen.

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