„Was ist leichte Sprache“? Sendung mit der Maus-Star erklärt, worauf es ankommt

Redakteur
Christoph Biemann von der Sendung mit der Maus sprach im Lükaz in Lünen zum Tag der Menschen mit Behinderung. Seinen grünen Pullover hatte er diesmal nur dabei, aber nicht angezogen.
Christoph Biemann von der Sendung mit der Maus sprach im Lükaz in Lünen zum Tag der Menschen mit Behinderung. Seinen grünen Pullover hatte er diesmal nur dabei, aber nicht angezogen. © Maximilian Konrad
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Eigentlich ist es ganz einfach. „Wenn jemand ein Thema verstanden hat, ist es leicht, das auch anderen zu erklären. Wer Angst hat, nicht verstanden zu werden, benutzt häufig Worte wie ‚diesbezüglich‘ oder „in diesem Zusammenhang‘“, sagte Christoph Biemann am Freitag (2. Dezember) im Lükaz.

„Eigentlich müsste man leichte Sprache gar nicht brauchen, wenn einige sich nicht immer so kompliziert ausdrücken müssten – wie beispielsweise Juristen“, ergänzte er und erntete einige Lacher aus dem Publikum.

Der TV-Star aus der Sendung Maus erklärte im Rahmen einer Veranstaltung der Stadt Lünen zum Tag der Menschen mit Behinderung, was leichte Sprache ausmacht. Er meint: „Wichtig ist es, auf Augenhöhe zu sprechen. So, als wenn man jemand im Zug neu kennenlernt und ihm ein Thema erklärt. Locker und einfach.“

Nina Wiencek übersetzte die gesamte Veranstaltung in Gebärdensprache, Wolfgang Bennewitz, Vorsitzender des Behindertenbeirats der Stadt Lünen, moderierte.
Nina Wiencek übersetzte die gesamte Veranstaltung in Gebärdensprache, Wolfgang Bennewitz, Vorsitzender des Behindertenbeirats der Stadt Lünen, moderierte. © Maximilian Konrad

Biemann erklärte, dass er bei seinen TV-Beiträgen auf Verschiedenes achte: kurze Sätze, Substantive eher vermeiden, starke Verben benutzen. Auch spannend: Die Sprache sei beim Entstehen der kurzen Filme für die Sendung mit der Maus nicht entscheidend. „Erst fragen wir uns, ob man das Thema erklären kann. Danach ist entscheidend, ob es spannend ist. Dann muss es schöne Bilder geben. Das sind wichtigsten Kriterien. Die Sprache ist eher zweitrangig.“

Wobei der 70-Jährige auch einen spannenden Blick zurück warf. Früher habe es lange Pausen in Beiträgen gegeben. Die Filmemacher zeigten nur das, was man sah. Erst später folgten auch mündliche Erklärungen. Allgemein sagt er: „Heute sind viele Themen viel komplexer als beispielsweise vor 50 Jahren, als wir mit der Sendung begonnen haben. Daher ist leichte Sprache elementar.“

Im Foyer des Lükaz waren verschiedene Piktogramme ausgelegt.
Im Foyer des Lükaz waren verschiedene Piktogramme ausgelegt. © Maximilian Konrad

Den Worten von Christoph Biemann lauschte Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns aufmerksam. Er sagte, dass man eine Sprache finden müsse, „bei der keiner auf der Strecke bleibt.“

Martin Wiggermann, stellvertretender Landrat des Kreises Unna, meinte: „Wir sind doch alle ein wenig behindert. Ich weiß, wo ich Einschränkungen habe. Es ist ein Thema, das alle angeht. Daher ist es wichtig, leichte Sprache zu verwenden.“

Zum Hintergrund: Den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember ruft die UNO seit 1992 aus. Er soll jedes Jahr in der Öffentlichkeit das Bewusstsein für die Probleme von Menschen mit Behinderung schaffen und den Einsatz für die Würde, Rechte und das Wohlergehen dieser Menschen fördern.

Die Veranstaltung im Lükaz war gut besucht.
Die Veranstaltung im Lükaz war gut besucht. © Maximilian Konrad