Was wird aus der Steag-Fläche? Fraktionen schicken Erklärung an Hagedorn

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Die Entwicklung der Steag-Fläche hat zentrale Bedeutung für die Stadt Lünen. Um das zu verdeutlichen, haben alle Lüner Ratsfraktionen gemeinsam eine Erklärung an Besitzer Hagedorn geschickt.

Lünen

, 29.06.2020, 09:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einigkeit herrscht unter den Ratsfraktionen in Lünen, wenn es darum geht, was aus der Fläche des ehemaligen Kohlekraftwerks Steag in Lippholthausen werden soll. Mit den Unterschriften aller mittlerweile acht Fraktionen ging deshalb jetzt ein Brief an die Hagedorn-Gruppe aus Gütersloh, der das Gelände momentan gehört.

Inhalt ist eine Erklärung, in der die Politik dem Unternehmen noch einmal deutlich macht, was aus Lüner Sicht bei der Entwicklung zu beachten ist.

Hunderte neue Arbeitsplätze

Es seien „vielfältige Belange“ zu beachten, heißt es da, deshalb werde auch ein Konzept für den Wirtschaftsstandort Lippholthausen erarbeitet. Ziel sei es, dort einen „zukunftsfähigen Gewerbe- und Industriestandort zu entwickeln“ - mit qualifizierten Arbeitsplätzen. „Angestrebt wird dabei eine Größe von mind. 40 Dauerarbeitsplätzen je Hektar“, schreiben die Fraktionen.

Die Fraktionsvorsitzenden aller Fraktionen im Lüner Rat haben eine Erklärung zur Zukunft der Steag-Fläche an der Moltkestraße unterzeichnet,

Wie geht es mit der Fläche des ehemaligen Steag-Kraftwerkes (vorne) weiter? Spätestens 2024 soll das Gelände für die Vermarktung aufbereitet sein. © Stadt Lünen

Zur Erinnerung: Die Fläche ist 40 Hektar groß, so würden also mindestens 1600 Arbeitsplätze entstehen. Eine Analyse des Standorts Lippholthausen hatte kürzlich ergeben, dass auch Unternehmen vor Ort erweitern wollen. Perspektivisch bestehe so eine Chance auf 2000 Arbeitsplätze.

Zu beachten seien bei der Entwicklung allerdings nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern auch Belange des Klimaschutzes, der Energieversorgung sowie ökologische Kriterien. Man müsse auch Rücksicht auf das nahe gelegene Wohngebiet Geist nehmen.

Auch die Verkehrssituation ist wichtig

Weil der Stadtteil schon jetzt durch viel Verkehr stark belastet sei, werde eine Ansiedlung von „verkehrsintensiven Betrieben mit hohem Schwerverkehrsanteil“ vom Rat der Stadt Lünen nicht unterstützt.

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Im Sinne der Verkehrswende solle ÖPNV, Rad- und Fußverkehr gestärkt werden, der Standort solle zudem konsequent die „trimodalen Optionen“ nutzen, wie es in der Erklärung heißt. Gemeint sind Straße, Bahn und Kanal.

Sprengungen für März geplant

Hagedorn hatte in der vergangenen Woche verkündet, dass der südliche und größere Teil der Fläche einen neuen Besitzer hat: Die DF Industrial Partners AG (DFI). Die DFI wird sich um die Entwicklung dieser 26,6 Hektar kümmern. Bis 2024 soll das neue Gewerbegebiet entstehen.

Bevor etwas Neues entstehen kann, muss das Kraftwerk aber erst einmal komplett abgerissen werden. Momentan laufen die Vorarbeiten, die spektakulären Sprengungen sind für Ende März geplant. Dann verschwinden der Kamin (250 Meter), das Kesselhaus (73 Meter), der Kühlturm (110 Meter) und zwei weitere Kamine (90 und 130 Meter) aus der Lüner Stadtsilhouette.

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