Wegen Corona: Kein öffentliches Gedenken am Volkstrauertag in Lünen

Corona-Krise

Im November wird am Volkstrauertag jedes Jahr der Kriegstoten und der Opfer von Gewaltherrschaft gedacht. Öffentliche Gedenkveranstaltungen sind in Lünen wegen Corona nicht möglich.

Lünen

, 12.11.2020, 15:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Normalerweise findet am Volkstrauertag eine Gedenkveranstaltung im Lüner Rathaus statt. Wegen Corona muss sie in diesem Jahr ausfallen, wie auch die anderen öffentlichen Gedenkveranstaltungen.

Normalerweise findet am Volkstrauertag eine Gedenkveranstaltung im Lüner Rathaus statt. Wegen Corona muss sie in diesem Jahr ausfallen, wie auch die anderen öffentlichen Gedenkveranstaltungen. © Eva-Maria Spiller (A)

Der Volkstrauertag ist seit den 1920er-Jahren ein staatlicher Gedenktag im November. In diesem Jahr ist er am Sonntag, 15. November. Gedenkveranstaltungen wie sonst üblich wird es jedoch nicht in Lünen geben.

Ursprünglich war der Volkstrauertag nach dem Ersten Weltkrieg eingeführt worden, um der getöteten deutschen Soldaten in diesem Krieg zu gedenken. Inzwischen wird am Volkstrauertag an die Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft erinnert.

Seit vielen Jahren findet im Rathaus vor dem Ratssaal an diesem Tag eine Gedenkveranstaltung statt.

Kranzniederlegung ohne Ausgestaltung ist möglich

Am Dienstag (10.11.) musste die Stadt den Beteiligten mitteilen, dass die Veranstaltung endgültig abgesagt wird. „Im Sinne der Kontaktvermeidung wäre die Gedenkfeier einfach nicht angemessen“, so Stadtsprecher Benedikt Spangardt.

Man biete den Gruppen an, im Vorfeld des Volkstrauertages im Laufe dieser Woche zumindest einen Kranz an der gewohnten Stelle gegenüber des Ratssaales niederzulegen, wenn sie das wollen. Spangardt: „Das muss dann allerdings ohne weitere Feierlichkeit oder Ausgestaltung stattfinden.“

Die Stadt bedaure die Absage und hofft sehr, dass man im kommenden Jahr wieder im Rathaus eine feierliche Veranstaltung organisieren könne, die der Würde des Tages gerecht werde und dem Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt einen passenden Rahmen gebe.

Trägerschaft wurde 2006 gegründet

Der Vorsitzender des Stadtverbandes für Heimatpflege, Horst Störmer, akzeptiert im Namen der „Trägerschaft - Volkstrauertag“ die Absage der Stadt wegen der coronabedingten Vorschriften. Störmer: „Die zentrale Feier im Rathaus der Stadt Lünen hatte sich als traditionelle Veranstaltung mit hohen Besucher- und Teilnehmerzahlen seit vielen Jahren gut etabliert.“

Mit Gründung der „Trägerschaft - Volkstrauertag“ im Jahr 2006 sei es, so Störmer, gelungen, unter Beteiligung vieler Lüner Vereine, anspruchsvolle Feiern auf hohem Niveau zu gestalten. Die Trägerschaft sei besonders stolz, dass es in jedem Jahr gelang einen „Jugendpart“ mit Lüner Schulen oder anderen Vereinen ins Programm einzubinden. „Damit gelang es auch endlich eine Brücke zur Jugend zu schlagen“, so Störmer.

Schon im Vorfeld konnten sich Schüler mit ihren Pädagogen mit dem oft unbekannten Thema „Volktrauertag“ auseinandersetzten und dazu Beiträge aus ihrer Sicht vortragen. Störmer: „Die musikalischen Beiträge von Lüner Chören, Musikgruppen und Einzelkünstlern rundeten die Programme immer festlich als auch thematisch ab und die Stadt Lünen war immer verlässlicher Partner bei der technischen Ausführung und der Kranzniederlegung mit einer Totenehrung durch Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns.“

Zu der Trägerschaft gehören die Feuerwehr Lünen, der Lüner Schützenverein von 1332 e.V., die Reservistenkameradschaft Lünen, der Humanistische Verband NRW, der Sozialverband VdK Lünen und der Stadtverband für Heimatpflege. Sie alle bedauern diese unvermeidbare Absage.

So ist es in den Stadtteilen geplant

In Beckinghausen findet wegen der Corona-Pandemie auch keine Gedenkveranstaltung mit Trauermarsch wie in den vergangenen Jahren statt.

Da sich die Corona-Pandemie leider aktuell weiter verschärft, hat auch der Vorstand der Gemeinschaft Brambauer Vereine beschlossen, die Gedenkstunde zum Volkstrauertag am 15. November am Ehrenmal abzusagen.

Da aufgrund der Corona-Pandemie keine Gedenkstunde in bekannter Form auf dem Friedhof in Niederaden stattfinden kann, findet stattdessen am Volkstrauertag, um 11 Uhr eine stille Kranzniederlegung durch Kreistagsmitglied Renate Schmelzer-Urban und Ratsherr Wilhelm Kleimann statt. Wer bei der Kranzniederlegung dabei sein möchte, kann dies natürlich unter Einhaltung der geltenden Abstandregeln tun. Die Niederadener Vereine werden - einzeln - im Laufe des Volkstrauertages eine Schweigeminute am Gedenkstein einlegen. Damit soll trotz der bestehenden Beschränkungen ein angemessenes Gedenken an alle Toten von Krieg und Gewalt stattfinden und dem Vergessen entgegengewirkt werden, so Rolf Möller, Sprecher der Niederadener Vereine.

Auch in Nordlünen wird es in diesem Jahr keine Gedenkveranstaltung geben. Der Schützenverein Nordlünen/Alstedde hat aufgrund der Corona-Pandemie alle Termine abgesagt.

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