Wegen Corona-Krise: Lünerinnen erlebten Odyssee nach Asienreise

hzVon Thailand nach Hause

Paula und Pia aus Lünen hatten lange gespart, um sich ihren Traum zu erfüllen. Vier Monate lang wollten die Beiden durch Asien reisen. Doch wegen der Corona-Krise mussten sie abbrechen.

Lünen

, 14.04.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viele Schichten in der Lüner Cineworld liegen hinter Paula Busch und ihrer Freundin Pia Röhrich. Die beiden Freundinnen aus Lünen verdienten sich so das Geld, um ihren gemeinsamen Traum zu verwirklichen. Vier Monate wollten sie durch Asien reisen, Länder wie Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam besuchen.

Doch dann machte die Corona-Krise den beiden 20-Jährigen einen Strich durch die Rechnung.

Aus vier Monaten Asien wurden nun wegen der Corona-Krise nur vier Wochen Thailand für Paula Busch aus Lünen.

Aus vier Monaten Asien wurden nun wegen der Corona-Krise nur vier Wochen Thailand für Paula Busch aus Lünen. © Busch

Bei Kontakten zu ihren Familien in Lünen hörten sie von Reisewarnungen, Einreisebeschränkungen und Problemen, Rückflüge zu bekommen.

Da lagen vier Wochen Thailand immerhin schon hinter ihnen. „Wir wollten eigentlich weiter - nach Laos, Vietnam und Kambodscha. Aber dort hätten wir wahrscheinlich nicht mal mehr legal einreisen dürfen“, erzählt Paula nach Rückkehr und einer zweiwöchigen freiwilligen Quarantäne, die nun vorbei ist.

In Thailand hatten die Beiden von Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus „gar nicht so viel mitbekommen“. Doch dann kamen immer mehr beunruhigende Nachrichten aus Deutschland. „Wir haben uns gedacht, wenn die Kontaktsperre auch in Thailand kommt, ist es sicher nicht so witzig, die ganze Zeit nur im Hotel sitzen zu müssen“, so Paula.

Vier Wochen statt vier Monate Asien

Als sie im Norden von Thailand waren, wollten sie eigentlich weiter nach Laos, sind dann aber kurzentschlossen in die thailändische Hauptstadt Bangkok gereist. Von dort aus wollten sie dann nach vier Wochen statt vier Monaten zurück nach Deutschland fliegen. Der Flug war gebucht, sollte in drei Tagen starten.

„Ich hab dann schon geschlafen, als Pia mich weckte und mir erzählte, dass unser Flug gecancelt wurde.“ Drei Tage vorher war noch alles im grünen Bereich.

In Bangkok hatten sie eine weitere Freundin aus Lünen getroffen, die einen Flug einen Tag vorher zurück nehmen wollte - über Abu Dhabi.

Vor einem der typischen thailändischen Tempel entstand dieses Foto von Pia Röhrich.

Vor einem der typischen thailändischen Tempel entstand dieses Foto von Pia Röhrich. © Busch

Paula: „Dann kamen Gerüchte auf, dass der Flughafen von Abu Dhabi in 48 Stunden geschlossen würde.“ Damit hätte auch die Dritte im Bunde nicht mehr fliegen können.

„Wir haben die Fluggesellschaft angerufen, aber da konnte man uns auch nicht helfen. Trotzdem waren wir noch ganz ruhig, gar nicht nervös“, erinnert sich Paula. Ihre Eltern in Lünen rieten den jungen Frauen dazu, lieber zum Flughafen zu fahren und sich zu erkundigen.

Nur noch Business und First Class

Und auch dort gab es die Auskunft, das Flüge nach Deutschland abgesagt wurden. „Es waren viele Deutsche am Flughafen, alle rannten zum nächsten Schalter. Wir waren wohl schon spät dran“, erzählt Paula Busch. Man hätte noch Plätze bekommen - allerdings nur noch in der Business oder First Class, zu einem entsprechend hohen Aufpreis.

Die ganze Nacht über suchten Pia und Paula am Flughafen nach bezahlbaren Flügen zumindest zurück nach Europa. „Dann haben wir einen Flug nach Oslo gefunden, aber erfahren, dass offiziell keine Ausländer mehr nach Norwegen einreisen dürfen.“ Einzige Lösung für das Dilemma: Man musste einen Weiterflug von Oslo nachweisen. Die beiden 20-Jährigen konnten einen Flug von Oslo nach Amsterdam buchen - allerdings erst einen Tag nach der Ankunft in der norwegischen Hauptstadt. Das wurde jedoch dennoch anerkannt.

Pia und Paula bestiegen die Maschine nach Oslo und warteten dann dort auf dem Flughafen bis sie am Tag drauf den Flieger nach Amsterdam nehmen konnten. „Dort hat uns dann meine Mutter abgeholt“, sagt Paula.

Paula (2.v.r.) und Pia (r.) mit einer Freundin und einem Einheimischen in Thailand. Die beiden Lünerinnen haben sich extra für ihre eigentlich auf vier Monate ausgelegte Reise die Haare so kurz schneiden lassen.

Paula (2.v.r.) und Pia (r.) mit einer Freundin und einem Einheimischen in Thailand. Die beiden Lünerinnen haben sich extra für ihre eigentlich auf vier Monate ausgelegte Reise die Haare so kurz schneiden lassen. © Busch

Sie ist glücklich. wieder zuhause zu sein, auch wenn „Thailand wirklich cool war“. Und sie sagt auch: „Für uns war es ja nur Urlaub, andere Menschen hat es viel schwerer getroffen.“

Gerne würde sie die geplante Reise zwar nachholen, aber sie meint auch: „Ich bin in meinem Leben schon ziemlich viel geflogen, will das ein bisschen einschränken. Und - von Europa hab ich auch noch einiges nicht gesehen.“

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