Auf der Münsterstraße und anderen Straßen in der Stadt muss nun langsamer gefahren werden. © Günther Goldstein
Lärmaktionsplanung

Wegen Lärmschutz: Tempo 30 auf wichtigen Straßen in Lünen

Was sich seit über zwei Jahren angedeutet hat, wird nun Realität: Auf sechs wichtigen Straßen in der Stadt werden Tempo-30-Schilder aufgestellt. Viele Lüner sind empört.

Es ist laut in den Städten – auch in Lünen. Die Stadt muss deshalb einen Plan aufstellen, wie die Lärmbelästigung für die Bürgerinnen und Bürger verringert werden kann. Eine Maßnahme daraus wird nun von der Verwaltung umgesetzt: In mehreren Straßen werden Tempo-30-Schilder aufgestellt. Daran gibt es auch Kritik.

Alle Kommunen in der EU sind verpflichtet, einen Lärmaktionsplan aufzustellen. Die Stadt Lünen führt nun die Maßnahmen der Stufe III durch. Die Planungen dazu lagen vom 15. Juli 2019 bis zum 6. September 2019 für eine öffentliche Beteiligung aus, heißt es von Seiten der Stadt.

Wichtige Straßen mit Tempo 30

„Die im Rahmen der Auslegung eingegangen Stellungnahmen wurden geprüft, bearbeitet und haben Eingang in die weitere Erarbeitung des Lärmaktionsplans der Stufe III gefunden“, teilt die Stadt weiter mit.

Der Rat segnete den 123-seitigen Vorschlag schließlich am 8. Oktober 2020 ab. Anschließend erfolgte eine verkehrsbehördliche Prüfung der Beschlüsse. Das Ergebnis: Wichtige Straßen in Lünen, wie Münster- oder Cappenberger Straße dürfen künftig in dicht bebauten Gegenden nur noch mit 30 km/h befahren werden.

In den sozialen Medien wird das hitzig diskutiert. Viele äußern ihr Unverständnis. „Wie kann man Hauptstraßen derart ausbremsen. Die Ampelschaltungen sind schon eine Katastrophe, und das jetzt auch noch“, meint ein Mitglied einer Lüner Facebook-Gruppe.

„Ist doch toll! Kann man endlich schneller als die durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 km/h fahren“, scherzt ein anderer Nutzer und spielt damit auf die häufigen Staus in der Innenstadt an.

Kleine-Frauns verteidigt Maßnahme

Auch Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns schaltete sich in die Diskussion ein. Er verteidigt die Maßnahmen und sieht ein großes Problem in der Auslastung der Straßen.

Eine Facebook-Nutzerin macht einen Vorschlag: „Würde man den öffentlichen Nahverkehr preiswerter und verlässlicher gestalten sowie andere Anreize für alternative Mobilitätsmöglichkeiten zielgerichtet fördern, bräuchten weniger Menschen ein Auto, es gäbe vermutlich weniger Krach auf den Straßen und man könnte sich diese Schilder schenken.“

Für sechs Straßenabschnitte kommen aber nun diese Schilder, „die für die Anwohnerinnen und Anwohner zum Teil deutliche Reduzierung der Lärmpegel bedeuten können“, teilt die Stadt mit.

Weitere Stufe soll 2022 kommen

Die Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung sind mehrstufig angelegt, der Untersuchungsbereich wird von der Stadt Lünen immer weiter ausgeweitet.

„Nach der Lärmkartierung in Stufe I folgte die Erarbeitung der Stufe II (Kartierungsrunde 2012). In dieser Stufe wurden die Lärmschwerpunkte genannt, in denen besonders viele Menschen betroffen sind. Zudem wurden allgemeine Maßnahmen vorgestellt, die eine Lärmminderung herbeiführen können und ihre jeweilige Wirkung dargestellt“, klärt die Stadtverwaltung auf.

In Stufe III seien dann auf der Grundlage einer Lärmkartierung aus 2017 konkrete Maßnahmen zu den am stärksten belasteten Straßenabschnitten entwickelt worden. Dort gilt künftig Tempo 30.

Das soll aber nicht die letzte Maßnahme sein: „Im Jahr 2022 wird voraussichtlich die Lärmaktionsplanung der Stufe IV beginnen“, so die Stadt. Der Lärmaktionsplan wird zudem alle fünf Jahre überprüft und gegebenenfalls angepasst.

In diesen Bereichen wurde Tempo 30 eingeführt:

  • Borker Straße zwischen Konrad-Adenauer-Straße und „Im Ort“
  • Münsterstraße zwischen Kurt-Schumacher-Straße und Ortsausgang in Höhe Haus-Nr. 219
  • Bebelstraße zwischen Gahmener Straße und Kreisverkehr (vor der Bahnunterführung)
  • Cappenberger Straße zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Ortsausgang in Höhe „Im Holt“
  • Viktoriastraße zwischen Konrad-Adenauer-Straße und Kurt-Schumacher-Straße
  • Königsheide zwischen Waltroper Straße und „Am Brambusch“
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Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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