Weihnachtsbaum am besten aus der Region und mit geprüftem Siegel kaufen

hzSerie Verbraucherberatung

Er gehört für die meisten Familien zu Weihnachten: Der Weihnachtsbaum. Wer beim Kauf die Umwelt schützen will, sollte auf einige Dinge achten, sagt die Verbraucherberatung.

Lünen, Selm, Werne

, 11.12.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In England führte Queen Victorias deutschstämmiger Ehemann Albert den Weihnachtsbaum ein. Ohne den „Tannenbaum“, der auch mal eine Fichte sein kann, ist für die meisten Familien kein Weihnachten. Nicht erst seit „Fridays for Future“ gibt es Appelle, auch beim Kauf des Weihnachtsbaumes auf den Schutz der Umwelt zu achten.

Was es dabei zu bedenken gibt, erklärt Jutta Gülzow, Leiterin der Lüner Verbraucherberatung in Fragen und Antworten.

? Wie kann man beim Kauf des Weihnachtsbaumes die Umwelt schützen? Wenn man sich einen Baum aussucht, der ohne Pestizide und Düngemittel gewachsen ist, kommt das Umwelt und Klima zugute. Das trifft auf die Bäume aus ökologischer Erzeugung zu.

? Woran erkennt man denn solche Bäume? Zu erkennen sind solche ökologischen Bäume zum Beispiel an den Qualitätszeichen der Bio-Verbände „Naturland“ oder „Bioland“ sowie am EU-Biosiegel oder dem FSC-Zertifikat für naturnahe Forstwirtschaft.

? Bekommt man Weihnachtsbäume mit diesen Siegeln auch in der Region? Diese Öko-Weihnachtsbäume werden bislang leider nur vereinzelt auf Biohöfen, bei Waldbauern oder auf Märkten angeboten. In Lünen gibt es sie aber auch -auf dem Hof Giesebrecht in Niederaden. Die Bäume dort stammen von einem Hof in Halver. Die Umweltorganisation Robin Wood bietet eine Übersicht über die Verkaufsstellen von Händlern, die verlässliche Umweltsiegel nutzen. Die Liste ist nach Bundesländern und dort nach Postleitzahlen geordnet.

? Was ist mit dem PEFC-Siegel, das auch für Weihnachtsbäume genutzt wird? Dieses Siegel ist kein wirkliches Öko-Siegel. Die Waldbauern dürfen bei diesen Bäumen Dünger und auch Pflanzenschutzmittel einsetzen - wenn auch in geringeren Mengen als im herkömmlichen Anbau.

? Wie sollte man andere Label einschätzen? Manche Label, so Jutta Gülzow, könnte man so verstehen, dass die Bäume unter ökologischen Bedingungen aufgewachsen sind. Aber sie werden weder unabhängig überprüft noch entsprechen die Anforderungen den Standards für die Erzeugung von Biobäumen. Einige Unternehmen versuchen hier auf einen Trend aufzuspringen und „ökologisch interessierte Kunden einzufangen.“ Die Verbraucher-Expertin rät: „Von Siegeln unklarer Herkunft sollten sich die Käufer von Weihnachtsbäumen nicht blenden lassen.

? Wie sollte man Bäume mit „Fairtrade-Siegel“ einordnen? Bäume mit dem „Fairtrade-Siegel“ sind keine Biobäume. Fair ist dabei, dass den Sammlern des Saatgutes in Georgien ein fairer Lohn gezahlt wurde.

? Macht es Sinn, Weihnachtsbäume mit Wurzel und Ballen zu kaufen? Bäume im Topf seien eher kritisch zu sehen. Jutta Gülzow: „Bäume im Topf sind kritisch zu sehen, da sie durch den Temperaturwechsel von draußen nach drinnen und zurück oft so stark belastet werden, dass sie das nicht überleben.“ Außerdem sei es nicht besonders umweltfreundlich, die Erde zu entnehmen und sie dann zu transportieren.

? Seit Jahrzehnten werden bei uns Weihnachtsbäume - vor allem Nordmanntannen - aus Dänemark verkauft. Was sagen die Verbraucherschützer dazu? Vorteilhaft für die Umwelt ist es nicht, Weihnachtsbäume zu kaufen, die viele hundert Kilometer transportiert wurden. Natürlich ist es besser, einen Baum aus der Region auszusuchen. Aufgrund des kürzeren Transportweges hat er eine bessere Klimabilanz und stärkt zudem die regionale Wirtschaft. Der Bedarf ist hierzulande aber so hoch, dass schon länger Bäume aus Dänemark und Osteuropa importiert werden.

Hier geht es zu allen bisher veröffentlichten Folgen unserer Serie:

Die Verbraucherberatung bietet Rat und Hilfe in der Beratungsstelle, Kirchstr. 12., Tel. (02306) 30 13 801, Mail: luenen@verbraucherzentrale.nrw, Öffnungszeiten: Montag 9 bis 13 Uhr, 13.30 bis 17 Uhr, Mittwoch: 9 bis 13 Uhr, 14 bis 18 Uhr, Donnerstag 9 bis 13 Uhr, 13.30 bis 17 Uhr und Freitag 9 bis 13 Uhr.
Lesen Sie jetzt