Weil er eifersüchtig war: Mann würgt seine Freundin im Auto vor der roten Ampel

Gerichtsurteil in Abwesenheit

Aus Eifersucht wurde ein Mann offenbar handgreiflich und misshandelte seine Freundin. Nun sollte er deshalb vor dem Amtsgericht stehen. Er kam zwar nicht, eine Strafe gab es trotzdem.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 08.11.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Weil er eifersüchtig war: Mann würgt seine Freundin im Auto vor der roten Ampel

In Abwesenheit wurde der Angeklagte per Strafbefehl zu 8000 Euro Geldstrafe verurteilt. © dpa

Diese Fahrt durch Lünen werden wohl der Mann als auch seine Freundin nicht vergessen, denn die hat Folgen: Weil er eifersüchtig war, wurde der Mann offenbar handgreiflich und misshandelte die Frau. Nun sollte er deshalb im Amtsgericht erscheinen. Er erschien zwar nicht, eine Strafe gab es trotzdem.

Der an ihm nagende Verdacht, seine Freundin könne ihm untreu sein, reichte im Frühjahr laut Anklage aus, um den 37-Jährigen in Rage zu bringen. Im Auto, so der Vorwurf, schlug er der Frau im Bereich der Brambauer Straße ein Handy auf den Hinterkopf und würgte sie, als sie das Auto an einer roten Ampel verlassen wollte. Ein Ehepaar, das Zeuge des Zwischenfalls wurde, schritt beherzt ein. Die blutende Frau kam frei, die Zeugen verständigten die Polizei und Rettungskräfte.

Wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung sollte der 37-Jährige nun in Lünen auf der Anklagebank sitzen. Von ihm fehlte jede Spur. Und auch das mutmaßliche Opfer, das als Zeugin geladen war, fehlte unentschuldigt. Lediglich die couragierten Eheleute wollten ihre Zeugenpflichten wahrnehmen – und mussten ungehört entlassen werden.

Strafrichter Ulrich Oehrle reagierte prompt und machte im übertragenen Sinne kurzen Prozess: Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde der angeklagte Dortmunder in Abwesenheit per Strafbefehl zu 8000 Euro Geldstrafe verurteilt.

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