Weniger Kurzarbeit als befürchtet: Lüner Unternehmer sind optimistisch

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Kurzarbeit war in vielen Betrieben wegen der Corona-Pandemie das Mittel der Wahl. Neuste Zahlen machen aber Hoffnung: Die Lüner Unternehmer scheinen der Krise zu trotzen.

Lünen

, 01.10.2020, 09:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Beginn der Corona-Pandemie mussten einige Lüner Unternehmen Kurzarbeit anmelden. Die neusten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zeigen: Im Kreis Unna sind deutlich weniger Beschäftigte in Kurzarbeit, als anfangs vermutet. Die Unternehmen zeigen sich mit den Maßnahmen zufrieden – allerdings mit Ausnahmen.

37.918 Beschäftigte im Kreis in Kurzarbeit

Die Agentur für Arbeit veröffentlichte in ihrem Arbeitsmarktreport die Zahlen für den Kreis Unna: „Bislang sind seit Anfang März insgesamt 3.664 Anzeigen auf Kurzarbeit für 71.762 Beschäftigte eingegangen. Damit sind oder waren gut die Hälfte (53,8 Prozent) aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis Unna von Kurzarbeit betroffen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die nun ermittelten Zahlen des tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeitergeldes überraschen: „Im April, dem ersten vollständig von den Folgen des Shutdowns betroffenen Monats, wurde Kurzarbeitergeld im Kreis Unna an 37.918 Beschäftigte aus 2.333 Betrieben ausgezahlt.“

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Eric Swehla, der Geschäftsführer der Lüner Wirtschaftsförderung, fasst zusammen: „Manche Unternehmen hatten angekündigt, Kurzarbeitergeld zu beantragen, die Möglichkeit dann aber doch nicht genutzt.“

Kurzarbeit vorerst bis Ende des Jahres

Die Lüner Unternehmer, die Kurzarbeit in Anspruch genommen haben, begrüßen laut Swehla mehrheitlich die kürzlich beschlossene Möglichkeit einer Kurzarbeit-Verlängerung.

Dazu gehört auch der Caterer Stolzenhoff. Für Dennis Stolzenhoff liegt der Vorteil der Kurzarbeit auf der Hand: „Wenn es dann wieder richtig los geht, können wir sofort mit voller Kraft starten“, sagt das Mitglied der Geschäftsführung. Da zeigt sich der Vorteil der Kurzarbeit, den Eric Swehla erklärt: „Ein Arbeitsplatz, der verloren gegangen ist, ist wesentlich schwerer zurückzuholen.“

Unternehmen der Daseinsvorsorge nicht betroffen

Auch beim Recyclingunternehmen Remondis steht man der Möglichkeit von Kurzarbeit positiv gegenüber: „Grundsätzlich ist es ein praktikables Instrument, um Krisenzeiten zu überbrücken“, teilt Michael Schneider, Pressesprecher bei Remondis mit.

Das Lüner Unternehmen sei selbst davon aber kaum betroffen. Der Grund ist simpel: Dienstleistungen der „Daseinsvorsorge“, wie Recycling oder Wasserwirtschaft, sind laut Schneider auch in Krisenzeiten weiterhin gefragt.

Von der Krise gebeutelte Unternehmen könnten ihre Kurzarbeit aber noch bis Ende 2021 verlängern.

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So lange soll es bei Stolzenhoff nicht gehen: „Wir haben Kurzarbeit bis Ende des Jahres angemeldet“, so Dennis Stolzenhoff. Man müsse schauen, wie sich die kommenden Monate entwickeln. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass wir Mitte nächsten Jahres noch in Kurzarbeit sind“, ist Stolzenhoff überzeugt.

Geschäft läuft besser als erwartet

Stolzenhoff gehörte zu den Unternehmen, das mehr Kurzarbeit anmeldete, als tatsächlich im Betrieb eingeführt wurde. „Ich habe mit mehr gerechnet und war froh, als es doch weniger wurde“, verrät Dennis Stolzenhoff.

Das habe auch damit zu tun, dass das Unternehmen neue Vertriebs-Konzepte entwickelte und das Geschäft mit Hochzeiten und Veranstaltungen zuletzt besser lief, als befürchtet.

Auch die Überbrückungshilfe des Bundes findet Dennis Stolzenhoff sinnvoll. Die wurde zuletzt bis zum Ende des Jahres verlängert und bietet finanzielle Unterstützung bei Umsatzeinbrüchen durch die Corona-Krise. „Grundsätzlich ist es gut, dass man sich Gedanken gemacht hat.“ Dennoch müsse bei der Hilfe noch mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Unternehmen eingegangen werden.

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