Wie die Stadt die Menschen vor Trockenbrüchen schützt - und was Privatleute tun müssen

hzTrockene Bäume

Der Sommer macht Pause - und das war auch nötig: Wegen der Trockenheit gelangten viele Bäume an ihre Grenzen und warfen ganze Äste ab. Das Problem: Man sieht ihnen die Erschöpfung nicht an.

Lünen

, 18.08.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Grün ist kräftig, die Krone voll, die Rinde geschlossen: Eigentlich sieht der Baum gesund aus. Doch der Anblick täuscht: In den vergangenen Tagen häuften sich die Nachrichten, dass vermeintlich gesunde Bäume ganze Äste abgeworfen haben.

Diese „Verhalten“ ist ein Resultat des - bisher - trockenen Sommers: Die Bäume konnten sich nicht mehr mit ausreichend Flüssigkeit versorgen - unterversorgte Äste brachen schließlich ab und wurden somit zur Gefahr für Passanten.

Bisher drei Beschwerden in Lünen

Die Sorge um trockene Bäume ging teilweise so weit, dass die Feuerwehr in manchen Städten für die Bewässerung sorgte. In Lünen ist man noch nicht so weit - laut Stadtsprecher Benedikt Spangardt hat es in diesem Jahr bisher drei Beschwerden wegen heruntergefallener Äste gegeben. „Ob diese Fälle mit der Trockenheit zusammenhängen, lässt sich nicht abschließend klären.“

Der Feuerwehr liegen demnach keine Meldungen vor. „Bürgerinnen und Bürger können sich aber in jedem Fall per Bürgertelefon, Mail oder Mängelmelder-App an die Stadt wenden, wenn sie Gefahr durch trockene Bäume erkennen.“

1,5 Kontrollen pro Baum im Jahr

Generell habe man das Problem auf dem Schirm: „Natürlich achtet die Stadt Lünen auf den städtischen Baumbestand und weiß auch um das Problem möglicher Trockenheitsbrüche.“ Das Problem sei, dass diese kaum vorhersehbar sind und sich daher auch mit Kontrollen nicht hundertprozentig vermeiden lassen.

Der städtische Baumbestand wird laut Spangardt regelmäßig kontrolliert, im Durchschnitt jeder Baum 1,5 Mal pro Jahr. „Diese ,krumme‘ Zahl kommt daher, dass einige Bäume häufiger kontrolliert werden müssen.“ Dabei handele es sich vor allem um Flachwurzler wie Birken, Buchen oder Gehölze aus dem Auenbereich wie Erlen, Eschen und Weiden. „Tiefwurzler wie Eichen kommen mit der anhaltenden Trockenheit besser klar.“

Baumexperten auf Patrouille

„Bei der Abteilung Stadtgrün haben wir Experten, die sich schwerpunktmäßig mit dem Lüner Baumbestand beschäftigen“, erläutert Benedikt Spangardt. Für die laufenden Kontrollen beauftrage die Stadt die Wirtschaftsbetriebe Lünen (WBL). „Die damit beauftragten WBL-Mitarbeiter sind geschulte Baumexperten. Sie erkennen und melden selbst Schäden – sofern sie erkennbar sind.“

Private Baumbesitzer haben derweil die gleichen Pflichten wie die Kommune. „Das bedeutet, dass ein Eigentümer – Kommune oder Grundstücksbesitzer – dafür Sorge zu tragen hat, dass von den Bäumen keine Gefahren ausgehen“, so der Stadtsprecher. „Aus diesem Grund sollten private Baumbesitzer regelmäßig den Zustand ihrer Bäume kontrollieren.“

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