Ein Wildschwein (Symbolbild) hat am Sonntag für Aufregung in Lünen gesorgt. Das verletzte Tier wurde schließlich von einem Jäger getötet. © picture alliance/dpa
Seit 1. März

Wildschwein in Lünen: Jetzt ist Schutzzeit, Bestand in Cappenberg gesunken

Nachdem ein verletztes Wildschwein in Lünen für Aufregung gesorgt hat, erinnert Förster Elmar Berks an die Brut- und Setzzeit. Schweine-Videos machen derweil in Sozialen Medien die Runde.

Nachdem ein verletztes Wildschwein am Sonntag (28.2.) in Lünen für helle Aufregung gesorgt hatte, machen in Sozialen Medien Videos mit Schweinen die Runde. In einer lokalen Gruppe des Netzwerks Facebook postete ein Nutzer am Dienstag (2. März) eine Aufnahme vom Cappenberger See.

Aus großer Distanz ist hier zu sehen, wie ein Wildschwein (wahrscheinlich das Tier am Sonntag) hinter einem Haus am See den Garten durchstreift. Ein Passant auf dem Gehweg um den See muss kurz darauf die Flucht ergreifen, weil das Tier in seine Richtung rennt. Eine verständliche Reaktion.

Für gewöhnlich seien Wildschweine nicht aggressiv gegenüber Menschen, weiß Elmar Berks, der als Förster für den Cappenberger Wald zuständig ist. „In dem konkreten Fall war das Tier allerdings verletzt, da gibt es eigentlich keine Regeln.“

Im Wald auf den Wegen bleiben

Ansonsten gelte: Spaziergänger im Wald sollten die Wege nicht verlassen und auch ihre Hunde immer bei sich behalten. Besonders in der Brut- und Setzzeit, die seit Montag (1. März) begonnen hat. Sollte man doch einmal einem Wildschwein begegnen gelte es, Ruhe zu bewahren. Keinesfalls sollten Wildschweine „in ihrer Wohnstube“ gestört werden. Dann kann es gefährlich werden. Besonders bei Bachen (weibliches Wildschwein) mit Frischlingen, die das Muttertier verteidigt.

Förster Elmar Berks erinnert daran, dass die Brut- und Setzzeit begonnen hat.
Förster Elmar Berks erinnert daran, dass die Brut- und Setzzeit begonnen hat. © Günther Goldstein (A) © Günther Goldstein (A)

Was am Sonntag genau passiert ist, darüber kann auch der Förster nur mutmaßen. „Ein Jäger hat mir berichtet, dass er weitere Tiere in Richtung Dreischfeld gesehen hat.“ Möglicherweise wurde eine ganze Rotte aufgeschreckt.

Wildschweine stark bejagd

Der Bestand an Wildschweinen im Cappenberger Wald, so die Einschätzung von Berks, sei mittlerweile deutlich geringer, als noch vor vier bis fünf Jahren. Auch, weil die Tiere stark bejagt wurden, um die Ausbreitung der afrikanischen Schweinpest einzudämmen. Bezogen auf das gesamte Revier bis nach Werne, habe man vor drei bis vier Jahren noch 130 bis 140 Tiere in einer Saison erlegt. Im Winter 2019/20 seien es noch 90 bis 110 Tiere gewesen.

„Wir hatten auch das Gefühl, dass es in den vergangenen Jahren deutlich ruhiger war“, sagt Berks. Erst seit kurzem habe es wieder mehr Wildschäden gegeben. Coronabedingt sei nur eine größere Jagd zwischen November 2020 und Januar 2021 möglich gewesen. Ob der Bestand deshalb wieder größer ist, wird sich noch zeigen müssen. Wildschweine haben eine Vermehrungsrate von etwa 300 Prozent. Pro Jahr.

Dass Wildschweine rund um Cappenberg häufiger unterwegs sind, zeigt derweil auch ein Video unter dem Artikel unserer Redaktion von Montag. Hier teilt ein Nutzer laut eigener Aussage Nachtaufnahmen eines Wildschweins, das er mit einer Kamera direkt hinter seiner Gartenmauer aufgenommen hat.

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Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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