Jede Menge umfangreiche Corona-Ausbrüche sind zuletzt in Seniorenheimen in Dortmund aufgefallen. In einer einzelnen Einrichtung gab es 119 Infizierte. © dpa
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Wohin im Alter? Lünen fehlen über 100 Plätze in Pflegeheimen

Wir werden immer älter - eine gute Nachricht. Allerdings werden auch immer mehr Menschen pflegebedürftig. Doch Plätze in Pflege-Einrichtungen sind in Lünen Mangelware.

In Lünen fehlen Plätze in Pflegeheimen. Aber nicht nur dort. Der aktuelle Pflegebedarfsplan 2020 wurde einstimmig im Februar 2020 vom Kreistag verabschiedet. Darin wurde zusätzlicher Bedarf in sieben der zehn Kreis-Kommunen festgestellt. Insgesamt fehlen 336 Pflegeplätze. In Lünen – der größten Stadt des Kreises Unna – sind es alleine 115 Pflegeheim-Plätze, die fehlen.

Tages- und Kurzzeitpflege-Plätze fehlen auch

Damit aber nicht genug. Auch 48 Plätze in Tagespflegen, die Senioren tagsüber versorgen und beschäftigen, die ambulant zu Hause gepflegt werden, fehlen in Lünen. Ein großes Thema sind zudem Plätze in der Kurzzeitpflege, seitdem vor einigen Jahren der Caritasverband sein Kurzzeitpflege-Heim St. Elisabeth in Cappenberg schließen musste, weil es sich wirtschaftlich nicht mehr rechnete.

Seitdem gibt es in Lünen nur noch wenige sogenannte solitäre Kurzzeitpflege-Plätze, die nur für die Kurzzeitpflege und langfristig im Voraus buchbar sind. Angehörige, die einen Pflegebedürftigen daheim versorgen, sollen durch die Kurzzeitpflege entlastet werden, wenn sie in Urlaub fahren oder selbst beispielsweise ins Krankenhaus müssen.

In Sachen Kurzzeitpflege fehle es noch an Umsetzung der endlich bundesgesetzlich beschlossenen Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen, sagt Hans Zakel. Der Sozialplaner beim Kreis Unna erstellt seit 2015 die jährlichen verbindlichen Pflegebedarfspläne für den Kreis Unna nach Alten- und Pflegegesetz NRW von 2014. Sie sind u.a. maßgeblich für die öffentliche Finanzierung der baulichen Pflegeinfrastruktur.

Im aktuellen Pflegebedarfsplan wird für Lünen empfohlen, 44 neue Pflegewohngemeinschaftsplätze zu erstellen und 95 Service-Wohnungen zu errichten. Der Bedarf ist angesichts der steigenden Zahlen von älteren Menschen vorhanden.

Nach der Landes-Verordnung müssen die festgestellten Bedarfe bei den Pflegeheimplätzen ausgeschrieben werden. Dies ist in diesem Februar erfolgt, mit Veröffentlichung im Amtsblatt, wobei, so Zakel auf Anfrage, „auch unsere Auswahlkriterien deutlich wurden.“

Entscheidung soll im August fallen

Die Bewerbungsfrist endete am 18. Juni. Die Bewertung der Bewerbungen läuft, und etwa Mitte August wird eine interne „Jurysitzung“ stattfinden – zuständig ist der Fachbereich Arbeit und Soziales mit dem Sachgebiet „Grundsatzangelegenheiten und Soziale Sicherung“ des Kreises Unna.

Mit den kreisangehörigen Kommunen werden Informationen darüber ausgetauscht, wo eine sozialräumliche Verteilung dieser zusätzlichen Plätze besonderen Sinn macht. Auch die Stadt Lünen hat ihre Sicht der Dinge den zuständigen Stellen des Kreises Unna mitgeteilt. Wer bei den 115 Plätzen das Rennen macht, wird sich in wenigen Wochen zeigen.

Über die Autorin
Redaktion Lünen
Beate Rottgardt, 1963 in Frankfurt am Main geboren, ist seit 1972 Lünerin. Nach dem Volontariat wurde sie 1987 Redakteurin in Lünen. Schule, Senioren, Kultur sind die Themen, die ihr am Herzen liegen. Genauso wie Begegnungen mit Menschen.
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