Wohnen am Wasser: Pläne für Preußenhafen kommen nur in Schrittgeschwindigkeit voran

hzPreußenhafen und Sedanstraße

Diskussionen, ein Gutachten, viele Ideen und deren vermeintliches Ende: Der Preußenhafen ist seit Jahren im Fokus der Planer. Der Zeitplan ist gehörig ins Stocken geraten.

Lünen

, 24.09.2019, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Wohnen am Wasser“, das klingt wie ein Versprechen: Schon seit Jahren geistern Pläne für die Brachflächen am Preußenhafen und darüber hinaus auf der anderen Seite der Bebelstraße, an der Sedanstraße, durch die Stadtverwaltung. Zu sehen ist davon vor Ort - nichts. Denn lange war es still um das Vorhaben, und von dem ursprünglichen Zeitplan ist nicht viel geblieben - ein aktueller Stand.

Der ursprüngliche Zeitplan ist längst überholt

Im Herbst des Jahres 2019 muss man konstatieren: „Der Zeitplan von 2016 für die Bebauung des Preußenhafens hat sich als nicht mehr realisierbar herausgestellt“, teilt die Stadtverwaltung folglich auf Anfrage mit. Eigentlich hatte man mal gehofft, dass ein Ratsbeschluss für das Projekt „Wohnen am Wasser“ schon im zweiten Quartal 2018 hätte gefasst werden können.

Damals hatte die RWE Service GmbH die Idee vom „Wohnen am Wasser“ massiv voran getrieben. Während sich Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns seinerzeit positiv dazu äußerte, gab es zum Beispiel seitens der SPD andere Vorstellungen, zum Beispiel die von „Wohnen am Wasser“ auf der anderen Seite der Bebelstraße, an der Sedanstraße. So oder so: Das Projekt würde dem Stadtteil zu einem größeren Entwicklungsschub verhelfen. Im Idealfall vielleicht sogar gleich an zwei Orten.

Die beiden potenziellen Standorte haben sich im Laufe der drei Jahre inzwischen unterschiedlich entwickelt:

Der Stand der Dinge am Preußenhafen

Für den Preußenhafen ist derzeit noch nicht einmal der erste Schritt im Verfahren gemacht, es gibt bisher keinen Aufstellungsbeschluss. Am Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt ist die entsprechende Verwaltungsvorlage zwei Mal von der Tagesordnung wieder verschwunden.

Die Stadt äußert sich derzeit nur ganz grundsätzlich zu dem Projekt: Langfristig wolle man den Preußenhafen - auch in Zusammenhang mit der Internationalen Gartenausstellung 2027 im Ruhrgebiet - „zukunftsfähig“ gestalten. Zukunftsfähig soll den Standort eine „moderne Kombination“ aus Wohnen und Arbeit machen. Die vorhandene Freizeitinfrastruktur solle ausgebaut werden.

Innogy fungiert als Makler und sucht nun einen Entwickler

Grundstückseigentümerin der Flächen ist die „Gesellschaft für Vermögenswesen“, eine 100-prozentige Tochter von RWE. Die Gesellschaft wiederum hat das Unternehmen „Innogy“ quasi als Makler beauftragt, einen Entwickler zu suchen. So berichtet es Olaf Winter, RWE-Pressesprecher, auf Anfrage. Sorge, dass sich das Projekt Preußenhafen verzögert, weil „Innogy“ nicht mehr RWE-Tochter ist, sondern gerade zu Eon wechselt, hat er nicht.

Aber irgendeinen Zeitrahmen kann er nicht nennen für das Lüner Projekt. Auch die Stadt wagt keine Prognose: „Wegen der steigenden Komplexität von Planverfahren könne man dazu derzeit keinen konkreten Zeitplan nennen, teilt die Stadt mit.

Der Stand der Dinge an der Sedanstraße

Für den Bereich an der Sedanstraße gibt es dagegen bereits ein laufendes Bebauungsplanverfahren. Hier ist ein Mix an Wohnbebauung mit Geschosswohnbau und Einfamilienhäusern in unterschiedlicher Form vorgesehen. Spätestens Anfang kommenden Jahres sollen, so teilt die Stadt mit, Behörden und die Träger öffentlicher Belange in das Verfahren einbezogen werden und ihre Stellungnahmen abgeben. Parallel arbeite man an einem Konzept für die konkrete Entwicklung und die Vermarktung dieser Flächen, erklärt die Stadt. Eigentümer der Grundstücke an der Sedanstraße sind die Stadt und die Stadtwerke.

Wohnen am Wasser: Pläne für Preußenhafen kommen nur in Schrittgeschwindigkeit voran

Um diese blau markierten Grundstücke an der Sedanstraße geht es. © Spangardt.02, Benedikt

Konkret geht es um das Grundstücksdreieck zwischen Sedanstraße, Saarbrücker Straße und Kanal.

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