Wohnungslose streichen zum Dank die Übernachtungsstelle in Gahmen

Eine Hand wäscht die andere

Seit die Beratungsstelle der Diakonie schließen musste, ist die Übernachtungsstelle für wohnungslose Männer „Auf dem Ringe“ nun auch tagsüber geöffnet. Dafür gab es besonderen Dank.

Gahmen

01.05.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Wohnungslose Mark bei der Arbeit. Die Männer aus der übernachtungsstelle wollen sich mit den Renovierungsarbeiten für die geänderten Öffnungszeiten in der schwierigen Corona-Zeit bedanken.

Der Wohnungslose Mark bei der Arbeit. Die Männer aus der Übernachtungsstelle wollen sich mit den Renovierungsarbeiten für die geänderten Öffnungszeiten in der schwierigen Corona-Zeit bedanken. © Ulrich Klink

Die Gäste in der Übernachtungsstelle für wohnungslose Männer „Auf dem Ringe“ haben seit Mitte März nicht nur eine Schlafgelegenheit. Nachdem die Beratungsstelle der Diakonie ihren Tagesaufenthalt wegen der Corona-Krise geschlossen hatte, springt der Verein „Dach über dem Kopf“ in die Bresche. Seit fast sechs Wochen kann sich in der Übernachtungsstelle, statt nur über Nacht, nun auch tagsüber aufgehalten werden. Jeden Tag gibt es Frühstück und ein abendliches Essensangebot. An den Wochenenden kocht Hausmeister Andrej Renje sogar ein deftiges Mittagsgericht: „Gulasch mit Nudeln essen die Männer besonders gerne“, sagt er.

Tägliches Fiebermessen ist für alle Pflicht. Bisher sind bei niemandem irgendwelche Symptome aufgetreten. Zum Schlafen steht jedem Gast ein Einzelzimmer zur Verfügung. „Das ist schon seit vielen Jahren ein hoher Standard in der Übernachtungsstelle, der sich jetzt bezahlt macht.“ Darauf ist Ulrich Klink, Vorsitzender des Vereins, besonders stolz.

Neue Öffnungszeiten und Essensangebote

Sofort nach der Einschränkung des diakonischen Angebots hat er reagiert. In schneller Absprache mit der Verwaltung der Stadt Lünen wurde die morgendliche Schließung der Übernachtungsstelle aufgehoben. Jetzt gibt es für die Gäste die Möglichkeit, bis mittags in der Einrichtung zu bleiben.

Zusätzliche Hausmeister sorgen für Betreuung und Essensversorgung. Durch Geld-, Sach- und Lebensmittelspenden hat der Verein viel Unterstützung bekommen. Ulrich Klink weiß dies in schwierigen Zeiten besonders zu schätzen.

Im Gespräch zwischen Hausmeister Rudi Mroncz und Übernachtungsgästen ist jetzt spontan eine Idee entstanden: Einige der wohnungslosen Männer wollen sich tatkräftig für das neue Angebot bedanken. Nachdem der Verein Geld für Pinsel und Farben bereitgestellt hat, streichen sie nun nach und nach alle Flure und das Treppenhaus der Einrichtung neu.

Die Hausmeister unterstützen die freiwilligen Maler bei Bedarf. „Wir sind sehr dankbar für die Angebote des Vereins. Es hilft uns sehr. Darum möchten wir nicht nur mit Worten, sondern auch mit unserer Arbeit ‚Danke‘ sagen.“ So bringt es Mark auf den Punkt. Er hat seit vielen Wochen im Haus eine Bleibe gefunden.

Daniela Blome und Günter Klencz vom Vorstand sind begeistert. „Wir freuen uns sehr, dass die Gäste das Engagement unseres Vereins zu schätzen wissen. Durch diese Aktion haben wir alle etwas davon.“ Die neue Tagesöffnung der Übernachtungsstelle soll bis aus weiteres bestehen bleiben.

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