Wütender Lüner muss fünf Monate in Haft und 1000 Euro zahlen

hzGerichtsurteil

Er konnte seine Wut nicht kontrollieren. Das bekamen Polizeibeamte und ein Spielautomat zu spüren. Hinzu kam ein Joint in seiner Tasche. Das alles brachte den 34-Jährigen nun vor Gericht.

von Sylvia Mönnig

Lünen

, 09.11.2019, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sachbeschädigung, Beleidigung und der Besitz von Drogen brachten jetzt einen 34-Jährigen vor Gericht. Seine Wut ließ er zuletzt an Polizeibeamten und an einem Spielautomaten aus.

Einschlägige Vorstrafen, Hafterfahrung und laufende Bewährung konnten den Lüner offenbar nicht groß beeindrucken. Wenn er in Rage geriet, hatte das Folgen. Im Juni vergangenen Jahres trat er gleich drei Mal in Erscheinung. In einer Spielhalle in Lünen schlug er mit einer Glasflasche auf einen Spielautomaten ein, weil er sich darüber ärgerte, verloren zu haben. Schaden: rund 200 Euro. Bei einer Polizeirazzia, bei der Gaststätten und Wettbüros kontrolliert wurden, titulierte er die Beamten mehrfach als „Haufen Zuhälter, die nichts Besseres zu tun haben“. Von dem Joint, der bei ihm entdeckt wurde, ganz zu schweigen.

Angeklagter redete dazwischen und gebraucht Kraftausdrücke

Nun befasste sich das Amtsgericht mit den Zwischenfällen und auch im Prozess zeigte sich der Lüner zumindest zunächst nicht von seiner besten Seite. Er war laut, redete dazwischen und verwendete dabei auch gerne Kraftausdrücke – bis ihn Richter Ulrich Oehrle sachlich, ruhig und durchaus eindrücklich in die Schranken wies. Den Besitz des Joints stellte der Lüner nicht in Abrede, forderte allerdings zeitgleich, den Konsum in Deutschland endlich zu legalisieren. Auch die Sache mit dem Spielautomat räumte er unumwunden ein. Er habe 300 Euro verloren, sei frustriert gewesen. „Ich bin ja süchtig danach“, betonte er. Nur den Vorwurf, die Beamten beschimpft zu haben, wollte der 34-Jährige so nicht auf sich sitzen lassen. Er habe mit Anderen über Fußball gesprochen, dabei sei auch das Wort Zuhälter gefallen. Aber dabei habe er die Polizisten nicht angeschaut und auch nicht persönlich angesprochen. Eine Version, die einer der betroffenen Beamten kurz darauf im Zeugenstand widerlegte. Sie seien ganz sicher gemeint gewesen, erklärte der und fügte hinzu: „Er guckte in unsere Richtung.“

Zweifel an der vollumfänglichen Schuld des Angeklagten hatten letztlich weder der Ankläger noch der Richter. Der Lüner wurde zu fünf Monaten Haft, 1000 Euro Geldbuße und zur Gutmachung des Schadens in der Spielhalle verurteilt. Den Umstand, dass die Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt wurde, verdankte er seinem Bewährungshelfer, der zuvor in seinem Bericht viel Positives zu sagen hatte. In der Urteilsbegründung fand Richter Ulrich Oehrle jedoch deutliche Worte. Der 34-Jährige sehe sich als extrem wichtig, wolle sich keinen Autoritäten unterstellen. Für ihn sei es nun sehr knapp. Daher solle er keine weitere Straftat mehr begehen.

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