Zahl der E-Autos in Lünen steigt - doch bis zur Verkehrswende wird es noch dauern

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E-Autos sollen die Zukunft sein - so ziemlich jeder Autokonzern treibt die Entwicklung in diese Richtung voran. Ein Blick auf aktuelle Zahlen verrät, wie weit diese Zukunft entfernt ist.

von Antonia Gutzmann

Lünen

, 05.10.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Spätestens 2030 sollen in Schweden keine Autos mit Verbrennungsmotor mehr verkauft werden, zuvor hatten schon Norwegen und Dänemark ähnliche Ziele beschlossen. Auch in Deutschland sollen die Menschen auf Alternativen zu Diesel und Benziner umsteigen - allerdings bis jetzt noch ohne gesetzliche Rahmenbedingungen.

Bis sich die E-Mobilität durchsetzt, ist es wohl noch ein weiter Weg. Anfang 2018 zählte der Kreis Unna 246 registrierte E-Autos, aktuell sind seien es „mehr als 520“. Bei allerdings gut 305.000 registrierten Autos kreisweit, sind die alternativ angetriebenen Fahrzeuge noch immer deutlich in der Minderheit.

Lünen kreisweit auf Platz zwei

In Lünen sind aktuell 92 Fahrzeuge mit E-Kennzeichen registriert. Damit liegt die Lippestadt kreisweit auf Platz zwei. Nur in Unna sind mehr solcher Fahrzeuge registriert (126). In Holzwickede finden sich mit 26 angemeldeten E-Kennzeichen absolut gesehen die wenigsten E-Autofahrer, allerdings handelt es sich hier auch um die kleinste Gemeinde des Kreises.

Zu den E-Kennzeichen zählen allerdings auch Hybrid-Autos. Sie bilden einen Kompromiss aus E-Auto und Verbrenner und sind im Kreis deutlich öfter vertreten als die reine E-Variante. Auch hier befindet sich Lünen mit 206 zugelassenen Hybridautos wieder auf Platz zwei im Kreis, und wieder liegt Unna mit 300 Hybriden vorn.

Zahl der E-Autos in Lünen steigt - doch bis zur Verkehrswende wird es noch dauern

© Geisler (A)

Kritiker der E-Autos werfen den Herstellern vor, dass die Produktion der notwendigen Batterien deutlich umweltschädlicher wäre als der Betrieb von Verbrennungsmotoren. Außerdem sei die Infrastruktur für den ordentlichen Betrieb von E-Autos noch längst nicht vorhanden.

60 bis 80 Ladungen pro Monat

Hier geht es vor allem um Ladesäulen. Denn natürlich will nicht jeder E-Autofahrer immer erst nach Hause fahren, um sein Fahrzeug wieder aufzuladen. In Lünen gibt es nach Auskunft der Stadtwerke derzeit 6 solcher Ladesäulen mit jeweils 22 kW, an denen jeweils zwei Autos „auftanken“ können.

Laut Pressesprecherin Jasmin Teuteberg werden vor allem die Standorte Rathaus-Parkplatz (Graf-Adolf-Straße), der Parkplatz Salford-Brücke und der Veilchenweg genutzt. „Wir führen das auf die zentrale Lage und die anliegende Wohnbebauung der Standorte zurück.“

Seit der Eröffnung der neuen Säulen wurden 60 bis 80 Ladungen pro Monat festgestellt. „Die Ladedauer beträgt dabei 1-2 Stunden“, so Jasmin Teuteberg. Auch bei der Nutzung während des Tagesverlaufs lässt sich eine gewisse Regelmäßigkeit erkennen: „Am meisten genutzt werden die Säulen am Vormittag, in der Mittagszeit und am frühen Abend.“

Registrierung mit Karte

Ein Autofahrer kann sich an der Ladesäule registrieren - das geschieht in der Regel mit einer EC- oder Kreditkarte. Anschließend startet der Ladevorgang. Sobald dieser Vorgang beendet ist - entweder, weil der Akku vollgeladen ist oder weil sich der Nutzer wieder abmeldet, wird das entsprechende Konto belastet.

Doch nicht immer stehen auf den Parkplätzen auch E-Autos: Gerne nutzen Fahrer von Verbrennungsmotoren die Gelegenheit, kostenlos und innenstadtnah zu parken. Hier sind allerdings nicht die Stadtwerke, sondern das Ordnungsamt zuständig: Stellen die Mitarbeiter einen Missbrauch der E-Parkplätze fest, gibt es ein Knöllchen.

Das hilft dem E-Auto-Fahrer, der dringend einen „Tankplatz“ sucht, nur wenig. Laut Jasmin Teuteberg habe es aber seit der Installation der Ladesäulen noch keine Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben. „Um Autofahrer über die ordnungsgemäße Nutzung der Parkplätze zu informieren, hat die Stadt an jedem Standort Hinweisschilder aufgestellt.“ Das scheint zumindest nach Ansicht der Stadtwerke zu funktionieren.

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