Zebrastreifen in Alstedde sorgen für Verwirrung - was ist nun richtig?

hzNach Unfall mit 14-Jährigem

Autofahrer müssen Radfahrer genauso behandeln wie Fußgänger, wenn sie über Zebrastreifen wollen! Stimmt das? Nach dem Unfall am Zebrastreifen an der Alstedder Straße haben wir nachgefragt.

Lünen

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein Unfall mit einem 14-jährigen Farradfahrer am Dienstag (2.) auf einem Zebrastreifen auf der Alstedder Straße entfachte in den Sozialen Medien eine Diskussion. Darin ging es um die Frage, ob Fahrradfahrer die selben Rechte wie Fußgänger auf Zebrastreifen haben.

Die Pressestelle der Polizei Dortmund antwortete zwar auf die Anfrage der Redaktion - doch die Antwort selbst ist knifflig.

Fußgänger haben Vorrang

Nina Kupferschmidt von der Pressestelle sagt dazu: „Fußgänger haben auf Zebrastreifen Vorrang. Wenn Radfahrer ihr Rad über einen Streifen schieben, gelten sie rechtlich ebenfalls als Fußgänger. Fahren sie über einen Zebrastreifen, haben sie keinen Vorrang mehr und müssen genauso wie andere Verkehrsteilnehmer behandelt werden.“

Das soll heißen: Fahrradfahrer und Autofahrer müssen zu gleichen Teilen Aufmerksamkeit zeigen. Grundsätzlich dürfen sie über Zebrastreifen fahren, allerdings müssen Autofahrer zwar auf die Radfahrer achten und generell anhalten, wenn Radfahrer über solche Überquerungs-Hilfen fahren, aber gilt gleiches für Radfahrer. Auch sie müssen achtsam sein und auf Autofahrer Rücksicht nehmen.

Zebrastreifen Alstedderstraße

Der Unfall mit einem 14-jährigen Radfahrer und einem 66-jährigen Autofahrer ereignete sich auf der Alstedder Straße. Auf besagter Straße gibt es sogar zwei Zebrastreifen in kurzen Abständen hintereinander.

Auf Facebook habe es laut Stadtsprecher Benedikt Spangardt Verwirrung um die Farbe der Markierungen gegeben. Beide Streifen sind momentan noch gelb markiert. Benedikt Spangardt sagt dazu: „Dieser Zustand ist nur noch eine Frage der Zeit, denn sobald dort eine Beleuchtung angeschlossen ist, werden die Zebrastreifen weiß markiert.“

Dass es dort noch keine Beleuchtung gibt, liege an Lieferschwierigkeiten der Firma, die dort die Kabel verlegen wird. Doch auch die Farbe gelb könne nicht zum Unfall beigetragen haben, denn gelbe Fahrbahnmarkierungen haben höhere Priorität als weiße, wie man aus Autobahnbaustellen weiß.

Zwei statt einem Zebrastreifen

Die Zebrastreifen gebe es laut Angaben der Stadt Lünen seit Ende April. Einen gibt es für Besucher des katholischen Friedhofes St. Marien, den anderen für Schulkinder einer nahegelegenen Siedlung.

Die Zebrastreifen wurden seit zehn Jahren gefordert. Doch in 2009 war dafür noch kein Geld da. In 2016 forderte die CDU erneut eine Querungshilfe und bekam 2017 die Genehmigung und die erforderlichen Mittel. In nur 300 Metern Abstand entstanden dann zwei Fußgängerüberwege. Auch der südliche Gehweg wurde erneuert. 170. 000 Euro kosteten die drei Maßnahmen.

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