Züchter findet 14 tote Tauben in seinem Schlag

Seltene Todesursache

Ein schwerer Schock wartet auf Helmut Brose, als er eines Sonntags die Tür zu einem seiner Taubenschläge öffnet. Der ganze Boden ist übersät von toten Zuchttauben: Manche liegen ohne Kopf auf dem Boden. Schnell hat der Züchter aus Lünen einen Verdacht, wer für das Gemetzel verantwortlich ist

von Paul Klur

LÜNEN

, 23.11.2015, 11:48 Uhr / Lesedauer: 1 min
14 wertvolle Zuchttauben hat ein Marder im Taubenschlag von Helmut Brose getötet.

14 wertvolle Zuchttauben hat ein Marder im Taubenschlag von Helmut Brose getötet.

Einen Marder hat der 75-jährige Züchter im Verdacht. „Ich habe ein Loch in der Wand des Taubenschlags gefunden. Das war so groß wie ein Tischtennisball. Ich bin mir sicher, ein hungriger Marder ist da durch geschlüpft“, sagt Brose. Nur ein einziges Tier konnte sich retten. Die anderen 14 Tauben hat der Marder wohl im Blutrausch getötet.

Wichtige Zuchttiere

Die 14 toten Tauben waren für die Zucht des 75-Jährigen besonders wichtig. Denn es waren erst ein Jahr alte Weibchen, sogenannte jährige Tauben. „Ich hatte schon genau überlegt, mit welchen anderen Vögeln aus meinem Bestand ich die verpaaren möchte. Das kann ich jetzt natürlich vergessen“, sagt Brose resigniert.

Ein Marderangriff ist laut Heinz-Dieter Keil, dem Vorsitzenden der Reisevereinigung Viktoria Lünen, „verhältnismäßig selten“. „Bei freien Flügen werden die Tauben oft von Habichten oder Sperbern gejagt. Das ist eine viel häufigere Todesursache“, so Keil. Es sei wichtig, die Schläge gut abzudichten, mit feinmaschigem Draht. Außerdem sollten Taubenzüchter immer die Klappen der „Ausflüge“ geschlossen halten.

Sichtlich bestürzt ist der erfahrene Züchter Helmut Brose über die vermutliche Marderattacke. Obwohl er „seit 60 Jahren dabei“ ist und auch schon ein paar Mal Probleme mit Mardern oder Greifvögeln hatte, trifft ihn diese Attacke besonders schwer. „Es waren einige besonders schöne Vögel darunter“ sagt er und schaut trauernd auf eine schwarz-weiß gescheckte Taube.

Bestand wieder aufbauen

Doch trotz dieses herben Rückschlags möchte er weitermachen. „Ich habe noch 60 Vögel. Bald werde ich meinen Bestand dann wieder aufbauen“. Das kleine Loch, durch das der Marder offenbar gekommen ist, hat Helmut Brose jetzt mit Bauschaum gestopft.  

 

 

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