Zugang nur mit Einkaufswagen: Einschränkungen für Kunden in Lünen

hzEinkaufen in Lünen

Wer in einen Supermarkt möchte, der muss in diesen Tagen an einem Sicherheitsdienst vorbei. Und das klappt nur, wenn man einen Einkaufswagen hat. Aus gutem Grund.

Lünen

, 02.04.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Mann vor dem Discounter versteht die Welt nicht mehr. „Ich habe extra meine eigene Tasche mitgebracht, um nicht einen Wagen anfassen zu müssen.“ Doch das lässt die kräftige Frau mit der gelben Warnweste nicht gelten: „Ohne Wagen darf ich sie nicht in den Laden lassen.“ Da hilft auch alles Lamentieren („Jetzt setze ich mich doch einem viel höheren Infektionsrisiko aus!“) nichts - die Frau bleibt hart: „Anweisung der Filialleitung.“

Stadt hat „Hotspots“ ausgemacht

Ein Hinweis, auf den auch Lünens Stadtsprecher Benedikt Spangardt besonderen Wert legt: „Einige meinen ja, das sei eine Anordnung der Stadt.“ Doch die hat in diesem Fall nichts mit der Regel zu tun. Dafür aber mit zahlreichen anderen, weshalb das Ordnungsamt verstärkt auf Streife geht und die Einhaltung dieser Regeln überwacht.

Wobei es, so Spangardt, am Wochenende und auch danach relativ ruhig war: „Das lag sicher auch am nicht ganz so optimalen Wetter.“ Am Wochenende hätte es drei Ordnungswidrigkeitsanzeigen bei der Stadt gegeben, viel mehr sei bis Mittwoch (1.4.) nicht hinzugekommen. „Wir haben ein paar Spots in der Stadt ausgemacht, wo sich gerne Leute treffen, und kontrollieren diese natürlich regelmäßig.“

Es häufen sich allerdings Anrufe bei der Bürgerhotline. „Die meisten stellen aber lediglich die Frage, was man darf - oder auch, was der Nachbar darf“, so Spangardt. Grundsätzlich zollt er den Lünern ein großes Lob in der Krise - explizit auch den Geschäftsleuten: „Sie halten sich durchgängig an unsere Regeln.“

Kein Einkauf mit der Großfamilie

Und offenbar auch an die Regeln, die sich zumindest die großen Konzerne selbst gegeben haben. „Wo der Kundenzulauf dies notwendig macht, beschränken wir den quantitativen Zugang zu den Märkten“, teilt beispielsweise die Rewe-Zentrale in Köln mit. „Dies kann sowohl durch Einlasskontrollen als auch durch die Beschränkung der Anzahl der Einkaufswagen bzw. -körbe geschehen.“

Über die jeweilige Regelung sollen die Kunden per Aushang oder Plakat informiert werden. Dazu gehören auch unpopuläre Maßnahmen wie der Hinweis „Einkaufen ist kein Familienausflug.“ Anders formuliert: Eine Großfamilie sollte nicht in voller Stärke im Geschäft auflaufen.

Ähnlich verfahren auch andere Läden, wie Bäckereien oder Apotheken. Entweder darf nur eine bestimmte Anzahl von Kunden gleichzeitig ins Geschäft - hier ist, wie in Supermärkten auch, letztlich die Größe der Verkaufsfläche maßgebend -, oder es wird um mindestens zwei Meter Abstand gebeten.

Einige Supermärkte lösen mittlerweile auch das Problem mit dem Infektionsrisiko: Der Sicherheitsdienst desinfiziert die Einkaufswagen, die von Kunden zurückgebracht werden.

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