LWL-Klinik für Psychiatrie

Klaus Röder nimmt Abschied von der Klinikschule – „Es gibt noch viel zu tun“

Pro Schuljahr besuchen durchschnittlich 1150 Kinder und Jugendliche die Klinikschule in der Haard an der LWL-Klinik für Psychiatrie. Jetzt geht der Schulleiter in den Ruhestand.
Verabschiedeten Klaus Röder (3. v. l.) aus der Schule in der Haard: André Seifert, stellvertretender Pflegedirektor der LWL-Klinik Marl-Sinsen, Uwe Eisenberg, Hauptdezernent der Bezirksregierung Münster für Förderschulen und Schulen für Kranke, und Dr. Daniel Napieralski-Rahn, Kaufmännischer Direktor der LWL-Klinik Marl-Sinsen. © LWL/Seifert

Vor sechs Jahren kam mit Klaus Röder ein erfahrener Sonderpädagoge als Schulleiter an die Klinikschule des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe in Marl. Die Schule stelle ihn täglich vor neue Herausforderungen, stellte er bald fest. Unterrichtet werden hier seit 1970 junge Patientinnen und Patienten von der ersten Klasse bis zum Abitur. Manche bleiben Tage, die meisten ein paar Wochen, einige sogar Monate.

Der Schultag richtet sich nach den Therapiezeiten und den individuellen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen. Der Unterricht erfolgt in der Regel im Klassenverband. Bis zu 28 Wochenstunden sind möglich. Auf dem Gelände der LWL-Klinik Marl-Sinsen stehen mehrere Schulgebäude zur Verfügung. Können Patienten aufgrund ihrer Erkrankung nicht am Unterricht im Klassenverband teilnehmen, werden sie von den Pädagoginnen und Pädagogen auf den Stationen beschult. Auch die an die LWL-Klinik Marl-Sinsen angeschlossenen LWL-Tageskliniken in Recklinghausen und Bottrop gehören zum Einzugsbiet.

Schule hat oft zur Erkrankung beigetragen

Viele Kinder und Jugendliche bringen neben einer psychischen Erkrankung auch ein gehöriges Maß an Schulmüdigkeit mit, wenn sie hier ankommen. Oft haben Erfahrungen in der Schule dazu beigetragen, dass sie krank geworden sind. „Es ist unsere Aufgabe, in kurzer Zeit eine Bindung zu den Kindern und Jugendlichen aufzubauen und eine Situation zu schaffen, in der sie wieder mehr Motivation zum Lernen bekommen“, sagt Klaus Röder. Für ihn wie für alle Lehrer gibt es einen Punkt, mit dem Pädagogen oft nicht leicht zurechtkommen: „Wir machen immer wieder einen Crashkurs in Beziehungsarbeit und müssen daran denken, dass wir unsere Schüler nur eine kurze Zeit lang begleiten.“

Einer der Klassenräume in der Schule in der Haard, die in den vergangenen Jahren neu gestaltet und mit digitaler Technik ausgerüstet wurde.
Einer der Klassenräume in der Schule in der Haard, die in den vergangenen Jahren neu gestaltet und mit digitaler Technik ausgerüstet wurde. © LWL/Seifert

Jetzt verabschiedet die LWL-Klinik Marl-Sinsen den Rektor der Klinikschule mit einem glänzenden „Abschlusszeugnis“ in den Ruhestand. „Sie sind ein Kümmerer! Ohne Sie wäre unsere Schule jetzt nicht so hervorragend ausgestattet und vernetzt“, lobt Dr. Daniel Napieralski-Rahn, Kaufmännischer Direktor der LWL-Klinik. Uwe Eisenberg, Hauptdezernent für Förderschulen und Schulen für Kranke der Bezirksregierung Münster, beglückwünschte mit einem Augenzwinkern auch sich selbst: „Es war eine super Idee von mir, Dich als Rektor an diese Schule einzuladen!“

In seinen sechs Jahren als Rektor hat der Sonderpädagoge Klaus Röder maßgeblich an der Umgestaltung der Klinikschule mitgewirkt. Die neuen, hell und freundlich gestalteten Schulräume laden die jungen Menschen zum gemeinsamen Lernen ein. Wo früher jeweils eine herkömmliche Tafel stand, hängt jetzt ein interaktives Display. Der Ausbau und die Renovierung der Schule waren mit einer Förderung aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ und der Unterstützung des Landschaftsverbandes möglich.

Umbenennung fördert „Entstigmatisierung“

Doch eine moderne Technik funktioniere nur so gut, wie die Kommunikation der Beteiligten untereinander. Und die sei unter Schulleiter Klaus Röder hervorragend, so Napieralski-Rahn. Es bestehe ein enger Austausch zwischen dem Kollegium und dem multiprofessionellen LWL-Klinik-Team.

„Trotzdem gibt es noch viel zu tun“, so Klaus Röder, dazu gehöre auch die Umbenennung der Schule, weg von dem Titel „Schule für Kranke“ um eine Entstigmatisierung der Schülerschaft zu fördern. Er habe sich in Marl immer gut aufgehoben gefühlt und die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Klinik, seinem Kollegium und den Schülerinnen und Schülern geschätzt, resümiert der Sonderpädagoge. Er schaue positiv in die Zukunft, so der Rektor: „Ich freue mich zu hören, wie gut es hier weiterläuft!“

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