Automatensprengung: Drei bis vier Täter flüchten – dunkles Auto mit NL-Kennzeichen

Kriminaltechniker rückten am Dienstag an, um die umfangreichen Beschädigungen in Augenschein zu nehmen.
Kriminaltechniker rückten am Dienstag an, um die umfangreichen Beschädigungen in Augenschein zu nehmen. © Leon Seyock
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Ein lauter Knall erschütterte in der Nacht zu Dienstag die Holtwicker, was einige von ihnen aus dem Schlaf riss – unter anderem Thorsten Dinkler. „Gegen 3 Uhr schreckte ich auf und hörte gegen 6 Uhr, dass ein Geldautomat von unserer Bank gesprengt wurde“, erzählt der Niederlassungsleiter der VR-Bank Westmünsterland. Sofort machte er sich auf den Weg zum Geldinstitut. Vor Ort erwartete ihn ein Bild der Verwüstung – Fenster waren herausgebrochen, die Metalljalousien waren verbogen aus dem Rasen, Wände sind durchbrochen und Kabel hängen von der Decke.

Gegen 2.50 Uhr sprengten Unbekannte einen Geldautomaten im Gebäudeinnern. Die Inneneinrichtung wurde dem ersten Anschein nach komplett zerstört. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Zur Beute konnte die Polizei bislang noch keine Angaben machen. Die Täter – drei bis vier Männer – flüchteten in den frühen Morgenstunden mit einem dunklen Auto mit niederländischem Kennzeichen vom Tatort.

Kurz nach der Sprengung meldeten mehrere Zeugen der Polizei einen lauten Knall und aufsteigenden Qualm aus dem Gebäude, wie Britta Venker, Pressesprecherin der Kreispolizeibehörde, am Dienstag vor Ort erläuterte. Die ersten eingesetzten Kräfte sperrten den Tatort zunächst großflächig ab. Hiervon war auch die Ortsdurchfahrt betroffen. Auf der Fahrbahn befand sich ein großes Splitterfeld – unter anderem lagen dort einige größere Metallteile, die durch die Detonation mehrere Meter weit flogen.

Grünes Licht: Keine Einsturzgefahr beim Gebäude

Über dem Geldinstitut wohnende Anlieger wurden wegen des Gebäudeschadens umgehend evakuiert und konnten bei Bekannten und Verwandten untergebracht werden. Ein Statiker gab in den Morgenstunden aber grünes Licht, dass keine Einsturzgefahr bestehe.

Nicht ausschließen konnte die Polizei hingegen, dass noch weitere Sprengladungen in den Räumen der Volksbank platziert wurden, wie Venker schilderte. Die Beamten forderten deshalb das Landeskriminalamt an. Spezialkräfte entdeckten tatsächlich eine zweite, nicht detonierte Ladung. In den Morgenstunden wurde diese kontrolliert auf einem nahegelegenen Feld gesprengt.

Zeugen haben laut Polizei in der Nacht beobachtet, wie sich ein dunkles Auto mit niederländischem Kennzeichen eilig vom Tatort entfernt hätte. Nach derzeitigem Erkenntnisstand flüchteten drei bis vier männliche Personen. „Dieses Vorgehen ist uns bekannt“, erörterte Venker. In regelmäßigen Abständen komme es zu Sprengungen von Geldautomaten in der Region. Der Polizei sei bekannt, dass „Tätergruppen aus den Niederlanden gezielt mit hochmotorisierten Pkw nach Deutschland kommen“, um Automaten in die Luft zu jagen.

Was im Innern durch die Detonation zu Schaden gekommen ist, konnte am Dienstag vor Ort noch nicht ermittelt werden. „Wir warten noch darauf, dass wir das Gebäude betreten können“, schilderte Thorsten Dinkler, während Kriminaltechniker den umfangreichen Schaden in Augenschein nahmen. Erst am Nachmittag wurde Zutritt gewährt, wie Thomas Borgert, Pressesprecher der VR-Bank, auf Nachfrage mitteilte. „Wir müssen uns jetzt erst einmal einen Überblick verschaffen.“ Auch die Frage, ob und wann der Betrieb der VR-Bank wieder aufgenommen werden kann, konnte noch nicht beantwortet werden.