Coesfelder Klinik plant zentrales Versorgungszentrum Umstrittenes Bauvorhaben

An der Daruper Straße soll das neue Versorgungszentrum der Christophorus-Kliniken entstehen. Anlieger laufen dagegen Sturm.
An der Daruper Straße soll das neue Versorgungszentrum der Christophorus-Kliniken entstehen. Anlieger laufen wegen der Mächtigkeit des 16 Meter hohen Baukörpers schon jetzt dagegen Sturm. © krs Architekten
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Wenn der Stadtrat zustimmt, bekommt Coesfeld ein neues, weithin sichtbares Entree-Gebäude an der Daruper Straße. Dort, wo früher das Autohaus Asse und eine Tankstelle waren, will die Christophorus-Gruppe ein großes Versorgungszentrum für ihre Kliniken und Senioreneinrichtungen errichten. Hintergrund ist auch, dass sie in den Krankenhäusern – vor allem in Coesfeld – dringend mehr Räume für die Versorgung von ambulanten und stationären Patienten benötigt.

Dafür sollen Nebennutzungen wie Lager, Labor und Technik zur Daruper Straße hin ausgelagert werden. Auch die komplette Krankenhaus-Apotheke soll ins neue Zentrum umziehen und dadurch im Coesfelder Krankenhaus Platz für einen neuen Bettentrakt schaffen.

Ein provisorisches Zentrallager gebe es schon im ehemaligen Aldi-Markt an der Borkener Straße, erläuterte Christophorus-Geschäftsführer Dr. Mark Lönnies auf Nachfrage. Man brauche aber mehr Platz – auch mit Blick darauf, sich durch eine umfangreichere Lagerhaltung in Krisen unabhängiger zu machen. „Da wollen wir uns besser aufstellen“, sagte er.

Über das Bauvorhaben am Einfallstor zur Stadt wird erstmals am Donnerstag (8. 12.) im Bau- und Planungsausschuss des Stadtrates beraten. Vom Volumen übersteigt es die bisher genehmigte Nutzung dort deutlich. Das Hauptgebäude soll 16 Meter hoch werden. Die Bruttogeschossfläche, verteilt auf drei Ebenen, würde 5500 Quadratmeter umfassen.

Zusätzlich ist auf einer bisher noch landwirtschaftlich genutzten Fläche zur B 525 hin eine Carport-Anlage geplant, die der verpachtende Landwirt mit Fotovoltaik bestücken will. Drei Lkw und 68 Pkw der Mitarbeiter sollen dort abgestellt werden können, davon mehr als zwei Drittel unter Dach.

Mächtiger Baukörper

Das Vorhaben ist vor allem wegen der Mächtigkeit des Baukörpers nicht unumstritten. Die Anlieger befürchten, einen riesigen Klotz vor die Nase gestellt zu bekommen. „Wir gucken dann auf eine 16 Meter hohe Mauer, die drei Meter hinter unserer Grundstücksgrenze beginnt“, äußerte sich eine Nachbarin. Sie wollten diese Pläne, die man in jedem größeren Gewerbegebiet besser verwirklichen könne, nicht so einfach hinnehmen. „Wir sind hier Außenbereich. Da passt das nicht hin!“

Die Verwaltung schlägt vor, ein Verfahren für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan einzuleiten. Andere Nachnutzungen seien für das ehemalige Autohaus mit Tankstelle „kaum denkbar“, eine „Wohnnutzung ausgeschlossen“. Für die Christophorus-Gruppe ist der Standort ideal, „weil der meiste logistische Verkehr von uns nach Coesfeld geht“, wie Lönnies erläuterte – „es ist aber nicht der einzige, den wir im Blick haben.“