Heinz-Wilhelm Hardes (61) hat Schacht 8 der Zeche Auguste Victoria in Haltern-Lippramsdorf in seinem Garten nachgebaut. © Tim Schulze
Bergbau

Ex-Bergmann aus Reken baut Schacht in seinem Garten nach

Schacht 8 der Zeche Auguste Victoria, das sei „seine Zeche“, sagt Bergmann Heinz-Wilhelm Hardes aus Klein Reken. Diese hat der 61-Jährige in seinem Garten nachgebaut.

Heinz-Wilhelm Hardes hat mehr als 30 Jahre unter Tage gearbeitet. Die meiste Zeit malochte er im Schacht 8 der Zeche Auguste Victoria in Haltern-Lippramsdorf. „Das ist meine Heimat gewesen, meine Zeche“, sagt der 61-Jährige, der die Nachtschicht leitete.

Der Bergbau und der Steigerberuf haben ihn auch als Rentner nie losgelassen. Und so beschloss er vor etwa zehn Jahren, „seinen“ Schacht 8 inklusive Fördergerüst in seinem Garten in Klein Reken nachzubauen. Natürlich etwas kleiner als das Original. Heinz-Wilhelm Hardes entschied sich für den Maßstab 1:20. Der Förderturm in seinem Garten misst in der Höhe 2,10 Meter und ist 1,50 Meter breit. Das Original ist mehr als 40 Meter hoch.

Original-Baupläne dienten als Vorlage

Heinz-Wilhelm Hardes sagt über sich, er sei ein „Basteltyp“. Den Beruf des Schlossers lernte er zu Beginn seiner Zeit auf dem Pütt. Handwerk gehört noch immer zu einen Hobbys. Früher tüftelte er an einem Wasserrad, das er selbst gebaut hatte. Eines Tages erhielt er von einem Vermessungsbeamten auf der Zeche die Original-Baupläne für Schacht 8. Die Idee war: „Ich könnte mich ja mal an einem Nachbau des Fördergerüsts versuchen“, erzählt Heinz-Wilhelm Hardes.

Er probierte viele unterschiedliche Dinge aus. Die Seile, die Seilscheiben, das Gerüst selbst. Letzteres besteht jetzt aus Kupfer. Sogar die Original-Farbe hat Heinz-Wilhelm Hardes mit viel Aufwand aufgetrieben. „Das hat sich alles über die Jahre entwickelt.“ Die Maschine wird mit einem ausrangierten Garagenmotor betrieben. Hält man sein Ohr nah an das Gerüst, sind die typischen Geräusche einer Fördermaschine leise zu hören.

Echte Geräusche aus der Zeche sollen bald zu hören sein

Heinz-Wilhelm Hardes will aber noch einen Schritt weitergehen. Er hatte die Geräusche aus der Zeche, bevor diese stillgelegt wurde, mit einem Mikrofon aufgenommen. Künftig sollen diese über einen Lautsprecher, der bereits an einem Kaste befestigt ist, wiedergegeben werden können.

Auf dem Boden liegen Bahnschienen, die jedoch vom Rost angegriffen sind. „Auch daran arbeite ich noch. Ich suche nach einer Lösung, um die Schienen winterfest zu machen“, sagt der 61-Jährige. Außerdem möchte der ehemalige Bergmann, dass das Gerüst mit grünem Licht angestrahlt wird – wie das Schacht-8-Original heutzutage. Auch daran tüftelt er noch. Wie viel Geld er bisher in das Projekt gesteckt hat, weiß er nicht genau. 2000 oder vielleicht 3000 Euro könnten es gewesen sein, schätzt Hardes.

Und wann wird der Nachbau fertig sein? „Wahrscheinlich nie“, antwortet Hardes, der seit 31 Jahren in Klein Reken lebt, gebürtig aber aus Haltern stammt. „Mir fällt ja immer wieder etwas Neues ein.“

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